Geschichte Bambergs

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11. Jahrhundert

1000 Heiratet Heinrich II. Kunigunde von Luxemburg und macht Ihr Bamberg zur Morgengabe (Hochzeitsgeschenk um die Versorgung der Frau nach dem Tod des Gatten) zu sichern, was die Bedeutung, die Bamberg für Heinrich hatte, deutlich unterstreicht.

1002 wurde Heinrich II., als letzter Nachkomme des sächsischen Kaiserhauses der Ottonen zum deutschen König gewählt und damit begann der Aufstieg Bambergs zum Zentrum des Deutschen Reiches (caput obris, das Haupt der Welt).
In der Vorstellung des neuen Königs sollte Bamberg zum Zentrum seiner Macht werden, so wie es Aachen für Karl den Großen war.

1003 schlug Heinrich II. den Aufstand des Markgrafen von Schweinfurt nieder. Der Markgraf hatte Heinrich bei der Königswahl unterstützt, Heinrich war den Lohn dafür aber schuldig geblieben.

1004 begann des Dombaues mit zwei Krypten.

Wann Heinrich II. den Beschluss fasste in Bamberg ein Bistum zu gründen, ist nicht mehr festzustellen. Die Gründe hingegen waren vielfältig. Zum einen war Heinrich II. tief religiös erzogen, zum anderen stand er in der Tradition der sächsischen Kaiser, Sie hatten den Ausbau der Kirche vorangetrieben und sahen die Gründung von Bistümern als ihre Pflicht an. Des weiteren war die seelsorgerische Versorgung der Bevölkerung des östlichen Franken nicht zufriedenstellend. Außerdem waren viele Slawen, welche sich in Ostfranken gesiedelten, noch nicht missioniert. Aber auch politische Gründe, wie die Stärkung der Ostgrenze des Reiches und die Errichtung eines Reichsbistums, auf das der König seine Macht stützen konnte, kamen zum Tragen.

1007 zu Pfingsten gab die Mainzer Synode, an der vier Erzbischöfe und dreizehn Bischöfe teilnahmen, dem Ansinnen des Königs in Bamberg ein Bistum zu gründen, statt. Der Synode waren langwierig und schwierige Verhandlungen mit den Bischöfen von Würzburg, Mainz und Eichstätt voraus gegangen.

In Juni bekam Heinrich II. die Zustimmung zur Bistumsgründung durch Papst Johannes XVIII. Mit der Bulle "officii nostri" stellt der Papst Bamberg unter den direkten Schutz Roms.

Die Zustimmung der weltlichen Fürsten erhielt Heinrich II. auf der Reichssynode zu Frankfurt im November. Somit war die Gründung des Bistums vollzogen und der Kanzler Eberhart wurde, durch den Erzbischof von Mainz, zum ersten Bischof Bambergs geweiht. Mit der Schaffung des Bistums formierten sich das Domkapitel deren Mitglieder, auch Georgenbrüder, nach ihrem Patron dem hl. Georg, genannt wurden. Die Domkanoniker prägten die Geschicke des Bistums entscheidend mit. Als königliche Gründung zählte Bamberg zu den Reichseigenen Kirchen.
Die neue Diözese wurde unter den Schutz Mariens, den Apostel Petrus und Paulus und den Märtyrern Kilian und Georg gestellt.

Um die Stellung des Bistums zu stärken, stattete Heinrich II. es mit reichhaltigen Gütern im Volkfeld, in Bayern, Ober- und Niederösterreich, der Steiermark , Kärnten und Tirol aus. 1016 kamen noch weitere Ländereien hinzu, somit waren die Besitzungen des Bistums über das Ganze Reich verteilt. Aber auch Bücher und Reliquien gehörten zu den Gründungs Geschenken des Königs.

Im Zuge der Bistumsgründung wurde auch die Domschule ins Leben gerufen. Sie wurde mit einer bedeutenden Bibliothek ausgestattet und konnte sich schnell zu einem Zentrum der geistlichen und weltlichen Gelehrsamkeit entwickeln. Bis ins 13. Jahrhundert kamen viele Führungspersönlichkeiten aus den Reihen der Domschüler. So gingen die späteren Bischöfe Anno von Köln, Meinhard von Würzburg und Günther von Bamberg aus dieser Eliteschule hervor.

1009 Gründung des Kollegstifts St. Stephan.

1012 am 6, Mai, dem 39 Geburtstag Heinrichs II., wurde der erste Bamberger Dom durch Johannes von Aquileja geweiht. An dem Festakt nahmen 45 Bischöfe und viele Adelige teil.

1014 Während Heinrichs zweiten Italien Feldzug krönte Papst Benedikt VIII. ihn zum Kaiser.

1015 gründete Bischof Eberhart das bischöfliche Eigenkloster St. Michael auf einem Hügel oberhalb des Domberges. Die ersten Mönche kamen aus Amorbach.

1020 Am 14, April traf Papst Benedikt VIII. in Bamberg ein um Kaiser Heinrich II. um Beistand gegen Byzanz zu bitten.
Im Beisein zahlreicher Würdenträger weihte Benedikt VIII. die Stiftskirche von St. Stephan. Ismahel Herzog von Aqulien hatte den Papst über die Alpen nach Bamberg begleitet um dem Kaiser seine Aufwartung zu machen und ihm den kostbaren Sternenmantel zu schenken. Ismahel starb kurz darauf und wurde in Bamberg beigesetzt.

Am 4, November weihte Bischof Eberhart I. die Klosterkirche des Klosters St. Michael.

1024 starb Kaiser Heinrich II. im Alter von 51 Jahren nach einem langen Steinleiden bei Göttingen. Sein Leichnam wurde nach Bamberg überführt und im Dom beigesetzt.

Am 4 September trat Konrad II. die Nachfolge Heinrich II. auf dem Königsthron an. Er war der erste Kaiser aus dem Geschlecht der fränkischen Salier. Nachdem Kunigunde dem neuen König die Reichsinsignien übergeben hatte, zog sie sich in das Kloster Kaufungen zurück.

Die folgenden Jahre waren für das junge Bistum nicht einfach. Konrad II. bestätigte zwar das Bamberger Bistum, versuchte aber seine Besitzungen zu schmälern. Heinrichs Bruder, Bischof Brun von Augsburg betrieb sogar die Auflösung des Bistums, was aber misslang.

Auf seinem Umritt durch das Reich traf Konrad II. am 10.Mai 1025 in Bamberg ein. Die Deutschen Könige übten ihre Macht vom Rücken ihrer Pferde aus, da es keine Hauptstadt gab mußte der König von Pfalz zu Pfalz zeihen um die Kontrolle über das Reich zu behalten, denn die Fürsten versuchten ihre Herrschaft auszudehnen und den König zu schwächen..

1033 starb Kaiserin Kunigunde. Sie wurde an der Seite ihres Mannes im Dom beigesetzt. Sechs Jahre später starb Kaiser Konrad II. in Ütrecht. Seine Nachfolge trat sein Sohn Heinrich III.

Nach 33-jähriger Amtszeit verstarb am 13. August 1040 der erste Bamberger Bischof Eberhard.

Am 8. September 1040 übernammt Suidger das Amt des Bamberger Bischofs. Bis 1046 versah er seinen Dienst in Bamberg. Am 25. Dezember wurde er von Heinrich III. in Rom zum Papst ernannt, bleib aber auch Bischof seines geliebten Bamberg. Er nannte sich fortan Clemens II. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt krönt er Heinrich zum Kaiser.
Suidger wollte die Kirche reformieren und den Ämterkauf (Simonie) unterbinden, nur blieb ihm dafür keine Zeit, denn am 9. Oktober 1047 starb Clemens II. während einer Reise nach Deutschland. Lange Zeit hielt sich das Gerücht er sei einem Giftanschlag zum Opfer gefallen, dies bestätigte sich aber nicht. Noch auf dem Sterbebett stellte er einen päpstlichen Schutzbrief für das Bistum Bamberg aus. Seine Getreuen brachten seine sterbliche Hülle nach Bamberg, wo er im Dom beigesetzt wurde. Sein Grab ist bis heute das einzige Papstgrab nördlich der Alpen.
Nachfolger Suidgers auf dem Bischofstuhl wurde der Kanzler des Kaisers Hartwig.

Anfang November 1052 trafen Kaiser Heinrich III. und Papst Leo IX. in Bamberg ein. Am 6. November bestätigte Heinrich Bambergs Privilegien und der Papst erneuerte den päpstlichen Schutz für das Bistum.

Auf den Wunsch Heinrich III. wurde sein Sohn Heinrich IV., von den Deutschen Fürsten, in Tribur zum König gewählt.

1053-1057 folgt Adolbero Hartwig auf dem Bischofsstuhl.

Ostern 1057 trat Gunther, Italienkanzler Heinrichs, sein Bischofsamt in Bamberg an. Er gründet die Kollegiatskirchen St. Maria und St. Gangolf in der Theuerstadt. Gunther veranlasste den Domherr Ezzo das "Lied von den Wundern Christi" (Ezzo Lied) zu verfassen.
1059 beruft er eine Diözesansynode in Bamberg ein, um mit dem Würzburger Bistum über den Neubuchzehnten zu verhandeln und den Umgang mit der slawischen Bevölkerung im Bistum festzulegen.
Gunther formuliert das Bamberger Ministerialrecht, welches das älteste bekannte Dienstmannrecht darstellt.
Im Spätherbst 1064 begab sich der Bischof auf Pilgerfahrt ins Heilige Land, wo er am 12. April 1065 eintraf und 13 Tage verweilte.
Bischof Gunther sollte Bamberg nicht wiedersehen, er starb am 23 Juli in Ungarn. Seine sterbliche Hülle wurde im Dom bestattet.

Hermann I. wurde 1065 von Heinrich IV. zum Bamberger Bischof ernannt. Er war ein treuer Gefolgsmann des Königs und Verwalter der Reichsfinanzen. Er erwarb einige Besitzungen für das Bistum und errichtete das Kollegiatsstift St. Jakob, oberhalb des Domes am Jakobsweg, aus eigenen Mitteln.
Die Domkanoniker waren Hermann I. nicht wohlgesonnen und beklagten sich des öfteren beim König über ihren Bischof. Nachdem Sie bei Heinrich IV. keinen Erfolg hatten, reichten die Kanoniker eine Klage bei Papst Gregor VII. ein welcher der Simonieklage stattgab. Hermann I. reagierte auf die Anklage des Papstes nicht und wurde am 20. April mit dem Kirchenbann belegt und von seinen Ämtern suspendiert. Er bad den König um Hilfe, dieser verweigerte ihm seine Unterstützung und ernannte kurzerhand Ruprecht zum neuen Bischof. Hermann I. wurde später rehabilitiert, kehrte aber nicht nach Bamberg zurück und starb 1084 im Kloster Münsterschwarzach.

1075 entbrannte der "Investiturstreit" zwischen Kaiser und Papst. Die Investitur, das Recht kirchliche Ämter zu vergeben, lag beim Deutschen König bzw. Kaiser, welcher diese Ämter zumeist verkaufte, um die Staatskasse aufzubessern. Dem Papst war diese Praxis ein Dorn im Auge, er wollte die Simonie (Ämterkauf) beenden und das Investiturrecht in seine Hand bekommen um die Macht des Kaisers zu schwächen. Die Auseinandersetzung sollte bis 1122 andauern, bis Bischof Otto I. in Worms einen Kompromiss zwischen Papst und Kaiser erreichen konnte.
Auch Bischof Rupert musste sich für eine Seite entscheiden und hielt zu Kaiser Heinrich IV. Die Treue zum Kaiser führte dazu, dass er von Herzog Welf von Bayern, einem Gegner Heinrichs IV. und Parteigänger des Papstes, von Dezember 1076 bis August 1077 festgehalten wurde. Außerdem war das Bistum zeitweilig von Feinden besetzt und Rupert wurde mehrmals exkommuniziert. Rupert seinerseits gehörte zu den Bischöfen die den Gegenpapst Clemens III. unterstützten und gewährte Heinrich IV. des öfteren Unterschlupf.

Karsamstag 1081 brennt der erste Bamberger Dom vollständig aus, man nimmt heute an, dass auch ein Teil der Stadt ein Raub der Flammen wurde.

So eifrig sich Rupert für Heinrich einsetzte, so sehr vernachlässigte er das Bistum, nur die Wiederherstellung des Doms und die Diözesansynode lassen sich herausheben.

Bamberg kann mit Fug und Recht als Bierstadt gelten, noch heute gibt es 12 Privatbrauereien in der Stadt, daher sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Braukunst 1093 erstmals in Bamberg beurkundet wurde.

Unter dem Eindruck des ersten Kreuzzuges 1096 bis 1099 wurden die Bamberger Juden zur Taufe gezwungen, durften jedoch zum Judentum zurückkehren, nachdem Rupert interveniert hatte.