Geschichte Bambergs

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12. Jahrhundert

Frutolf, Prior des Benediktinerklosters auf dem Michelsberg verfasste um 1100 seine Weltchronik, welche zu den wichtigsten Geschichtswerken des Mittelalters zählt. Zu jener Zeit arbeiteten 20 Mönche und diverse Wissenschaftler im Scriptorium des Klosters und bauten die Bibliothek aus, indem sie Bücher kopierten, neue Werke verfassten oder durch Schenkungen. Somit erwarb sich die Klosterschule einen hohen Stellenwert unter den Eliteschulen Europas. Frutolf starb 1103 woraufhin Ekkehard von Aura die Chronik weiterführte, ergänzte und einige Änderungen vornahm.

Im Jahr 1102 übernahm Otto I. das marode Bamberger Bistum und sollte einer der herausragenden Bischöfe Deutschlands werden. Er führte das Bistum zu neuer Blüte, betätigte sich als Missionar in Pommern und erwarb sich große Verdienste in der Reichspolitik.

Nach zwei jährigen Auseinandersetzungen mit seinem Sohn Heinriche V. um die Macht im Reich starb Kaiser Heinrich IV. 1106 in Lüttich. Kurz zuvor war Heinrich V. auf dem Reichstag zu Worms als rechtmäßiger Herrscher anerkannt worden.

1109 wurde die Altenburg, auf einem der 7 Bamberger Hügel liegen, erstmals urkundlich erwähnt.

1110 gründete Otto das Aegidienspital in der Nähe des Dombergs.

Heinrich V. wurde 1111 in Rom von Papst Paschalis II. zum Kaiser gekrönt.

Im Jahr 1114 weiht Otto I. die erneuerte Kirche des Kloster Banz.

1117 erschüttert ein Erdbeben große Teile Mitteleuropas, auch Bamberg war schwer betroffen. So wurde das Kloster Michaelsberg schwer beschädigt und musste bis 1121 renoviert werden.

Der Investiturstreit zwischen Papsttum und Kaiser konnte auf dem Wormser Konkordat, unter tätiger Mitarbeit Ottos I. im September 1121 beigelegt werden.

Um die Christianisierung im Osten voranzutreiben, begab sich Otto I. im Mai 1124 auf eine Missionsreise nach Pommern. Seine Reise führte ihn über Prag, Posen, Pyritz, Kolberg und Wollin bis Stettin und zurück nach Bamberg.

Kaiser Heinrich V. verstarb 1125 in Ütrecht, seine Ämter übernahm Lothar III.

Nachdem sich in Pommern Widerstand gegen das Christentum regte, begab sich Otto 1128 auf eine erneute Missionsreise, diese führte ihn von Bamberg über Magdeburg und Stettin nach Gnesen und Prag nach Bamberg zurück. Mit dieser Reise konnte er sein Missionswerk in Pommern erfolgreich abschließen.

1135 gründete Otto I. das Gertrudenhospital.

Ebenfalls 1135 fand ein Reichtag in Bamberg statt, während dessen Verlauf unterwarf sich Friedrich von Hohenstaufen, ein Gegenspieler Lothars im Kampf um die Krone, König Lothar III und erkannte dessen Herrschaft an.

Nach dem Tod Lothars III. konnte Friedrich doch noch die Krone gewinnen und wurde im Juli 1138, unter dem Namen Konrad III., zum Deutschen König gewählt.

Am 30. Juni 1139 verstarb Bischof Otto I. und wurde im Kloster St. Michael beigesetzt. Während seiner 37 jährigen Amtszeit erwarb er sich großes Ansehen, unter anderem gründete er 27 Klöster und 7 Diözesen. Otto I. war der erste Bamberger Prälat der eine zielgerichtete Territorialpolitik ausübte, um die Besitzungen des Bistums zu festigen und die Macht der Vögte zu beschränken.

Fünfzig Jahre nach seinem Tod wurde Otto in den Kreis der Heiligen aufgenommen.

Die Nachfolge des Bischofs trat Egilbert an. Er führte die klosterfreundliche Diplomatie und die Erweiterung des Bistums fort.Den Höhepunkt seiner Regentschaft bildete die Heiligsprechung Heinrich II., am 14. März 1146, durch Papst Eugen III. Heinrich II. blieb der einzige deutsche Kaiser, der heiliggesprochen wurde. Wenige Monate darauf verstarb Egilbert.

Bischof Eberhard II. war seit 1127 Mitglied des Bamberger Domkapitels und wurde im Dezember 1146 durch Papst Eugen III. in Viterbo geweiht. Er führte den Ausbau des Bistums weiter und hatte auf die Reichspolitik einen großen Einfluss, auf den Hof- und Reichstagen war er ein gern gesehener Ratgeber.

1152 entschlief König Konrad III. in Bamberg. Er wurde, gegen seinen und den Willen seiner Angehörigen, im Dom beigesetzt.

An der Wahl Friedrich I. Barbarossa, des Neffen Konrad III., zum König war Eberhard II. maßgeblich beteiligt. Während seine Regentschaft nahm Friedrich I. das öfteren die Dienste des Bamberger Bischofs in Anspruch, so um zwischen Papst und Kaiser zu vermitteln.

Am 18. Juni 1155 wurde Friedrich, von Papst Hadrian IV., in Rom, zum Kaiser gekrönt.

1160 bestätigte der Kaiser die Grafenrechte Bambergs im Rangau.

Durch die Gewährung der Zollfreiheit, durch Barbarossa im Jahre 1163, konnte sich Bamberg zu einem wichtigen Handelsstandort entwickeln. Die Bamberger Kaufleute genossen die gleiche Privilegien wie die Kaufleute Nürnbergs. Durch das Aufblühen des Handels wuchs die Bamberger Bürgerschaft ebenso ihr Selbstbewusstsein und der Ruf nach Eigenverantwortung der Bürger wurde lauter. In den folgenden Jahrhundertern sollte es zu offenen Auseinadersetzungen zwischen dem Klerus, der weitreichende Privilegien und Steuerfreiheit genoss, und der Bürgerschaft, die sich von den Immunitäten auf dem Domberg gegängelt fühlten, kommen.

Eberhard II. hielt Friedrich Barbarossa weiterhin die Treue und stellte sich, auf dem Konzil zu Patavia, wo über das ausgesprochene Schisma entschieden werden sollte, auf die Seite des Kaisers. Auch bei den Wahlen der Gegenpapstes Viktor IV. (1159-1164) behielt er seine kaisertreue Linie bei, selbst als Papst Alexander III. ihn und den Kaiser mit dem Bann belegte. Doch kümmerte sich der Bischof nicht nur um Reichsangelegenheiten, er erweiterte das Territorium des Bamberger Bistums und erwarb bzw. baute Burgen zum Schutz seiner Bewohner.

1157 gründete Eberhard das Zisterzienserinnenkloster St. Martin und Theodor in Bamberg.

1169 begab er sich auf seine letzte Reise mit Reichsauftrag nach Rom um mit Papst Alexander III. einen Kirchenfrieden auszuhandeln, doch seine letzte Mission schlug fehl.

Eberhard II. schied am 17.Juli 1170 aus dem Leben. Sein Amt übernahm Hermann II. und führte dieses im Sinne seines Vorgängers fort.

1177 begleitete Hermann II. Kaiser Barbarossa auf seinem 5. Italienfeldzug um zwischen Papst und Kaiser zu vermitteln. Den Friedensschluss von Venedig am 25. Juli erlebte der Bischof nicht mehr. Er starb 6 Wochen vor dem Unterzeichnung des Vertrages.

Mit Otto II. begann die fast 70 Jahre währende Zeit der Andechs-Meranier auf dem Bamberger Bischofsstuhl. Otto wurde 1179 von Papst Alexander III. in Rom geweiht. Der Bischof stand treu zum Staufischen Kaiserhaus und war häufig mit kaiserlichem Auftrag im Reich unterwegs, daher hielt er sich nur selten in Bamberg auf, dennoch lagen ihm hier vor allem die Seelsorge und Kultivierung des Frankenwalds und des Fichtelgebirges am Herzen.

Im Jahr 1185 suchte eine Brandkatastrophe Bamberg heim. Der Dom und weite Teile der umliegenden Gebäude, inklusive Hofhaltung wurden stark beschädigt. Der Wiederaufbau bzw. Neubau begann um 1190. Die gesamte Bauzeit sollte 47 Jahre dauern.

Das Jahr 1189 sollte dem Bistum erneut großes Ansehen bringen. In Würzburg wurde Otto I. heiliggesprochen und erhielt den Beinamen "Apostel der Pommern".

Auf dem 3. Kreuzzug ertrank Kaiser Friedrich Barbarossa 1190 im Fluss Saleph.

Um 1190 erwarb der Bamberger Bischof das Vogteirecht der Stadt Bamberg und des Umlandes, welches bisher die Grafen von Fichtelberg im Namen des Königs ausübten. Die damit verbundenen Gerichtsrechte, die der Bischof durch einen Schuldheiß ausüben ließ, machten das Domkapitel entgültig zum Herren der Stadt.

1191 wurde Heinrich VI. zum Kaiser gekrönt.

Bischof Timo, welcher Otto II. 1196 auf dem Bischofssitz folgte, betrieb die Heiligsprechung Kunigundes und am 29.März 1200 hatte es sein Ziel erreicht, somit beherbergte der Bamberger Dom das einzige Kaiserpaar, das je heilig gesprochen wurde.

Mit dem Tod Heinrich IV. 1197 begann der Machtkampf zwischen dem Staufer Philipp und dem Welfen Otto IV.. Timo stellte sich auf die Seite Philipps. Aufgrund der Auseinandersetzung gab es zeitweise zwei Könige in Deutschland. Erst 1208 konnte Otto IV. den Kampf für sich entscheiden.