Geschichte Bambergs

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13. Jahrhundert

1202 folgte Konrad von Ergersheim auf Timo im Bischofsamt, hatte dieses aber kaum ein Jahr inne.

Sein Nachfolger Ekbert von Andechs sollte die Mitra bis 1237 mit großem Erfolg tragen. Ekbert war stark in die Reichspolitik eingebunden und häufig in Reichsgeschäften unterwegs. Darüber vergaß er das Bistum jedoch nicht, so fiel die Vollendung des Dombaues in seine Amtszeit.

1203 stiftete die Patrizierfamilie Tockler das Katharinenspital auf dem Bamberger Stadtgebiet.

Am 21.Juni 1208 feierten Beatrix von Burgund und Herzog Otto VII. von Andechs-Meranien Hochzeit in Bamberg. Die Vermählung sollte das Haus Andechs noch enger mit den Staufern verbinden. Doch in der Nacht ermordete Pfalzgraf Otto von Wittelsbach den geladenen König Philipp von Schwaben in den Räumen der alten Hofhaltung. Die Andechser wurden der Mitwisserschaft beschuldigt und mit der Reichsacht belegt. Ekbert floh nach Ungarn und konnte erst 1212, auf Betreiben des Papstes, seine Wiedereinsetzung als Bischof in Bamberg und die Aufhebung der Reichsacht erwirken.

Im gleichen Jahr bestieg der Staufer Friedrich II. den Deutschen Thron und nachdem er seine Macht gefestigt hatte, war Ekbert häufig für ihn unterwegs und kaum noch in Bamberg anzutreffen.

1215 erzwingt das Domkapitel das Recht den Bischof zu wählen und im Erzbistum mitzuregieren. Bis Dato war der Bischof vom König eingesetzt worden.

1220 wurde König Friedrich II. zum Kaiser gekrönt.

Im Jahr 1223 lassen sich, noch zu Lebzeiten des Franz von Assisi, die Franziskaner vor den Toren der Stadt nieder.

Die Nichte Bischof Ekberts, Elisabeth von Thüringen, kam 1228 nach dem Tod ihres Gatten Ludwig nach Bamberg und fand Zuflucht auf der Burg Pottenstein. Fortan widmete Sie ihr Leben und ihr Vermögen der Pflege von Armen und Kranken. Ständige Anstrengungen führte zu ihrem frühen Tod 1231. Aufgrund ihres selbstlosen Wirkens wurde sie 1235 heiliggesprochen.

Am 25.August 1231 wurde im südlichen Querhaus des Doms ein Altar zu Ehren der Gottesmutter geweiht. Die Fertigstellung des Domes dauerte noch sechs Jahre.

1233 verbrachte Ekbert mehrere Monate in Gefangenschaft beim Herzog von Kärnten.

Der Aufstieg der Bamberger Bürgerschaft zeigte sich in der Befreiung der Bürger von fremdem Gerichtsstand durch Kaiser Friedrich II. 1234. Dies bedeutete, dass Bamberger Bürger nicht mehr vor auswärtige Gerichte geladen werden konnten, dieses Privileg wurde später noch mehrfach erweitert.
Aus dieser Zeit stammte auch die erste Erwähnung eines Stadtsiegels. Das Siegelbild zeigt einen Ritter (wahrscheinlich den hl. Georg) mit Lanze (Fähnlein), Schwert und Schild welches ein Adlerwappen trägt.

Am 6.Mai 1237 wurde der dritte Dom dem hl. Petrus geweiht. Die Kathedrale zählt zu den eindrucksvollsten Bauwerken des Mittelalters und vereint spätromanische mit frühgotischen Bauelementen. Nicht nur die Ausmaße sondern auch die kontrastreiche Ausstattung, machen den Dom zu einem Bauwerk von Weltgeltung und zum Wahrzeichen Bambergs.
Die bekannteste Figur im Innenraum des Doms ist der Bamberger Reiter, welcher das Ideal des hochmittelalterlichen Ritters darstellt. Wer die Skulptur schuf oder wenn sie darstellt, liegt im Dunkel. Vermutet wird, dass der ungarische König und Heilige Stephan (969 - 1038) als Vorbild diente.
Im Zuge des Dombaus wurde auch die Hofhaltung erneuert und der Turm "Hohe Warte" als Teil der neu befestigten Nordfassade der Pfalz errichtet. Anfang des 13. Jahrhunderts musste Bamberg einen große Baustelle gewesen sein, denn auch die Stadt hatte beim Brand von 1185 gelitten.

Ekberts politischer Höhepunkt war die Ernennung zum Reichsstatthalter in Österreich. Dieses Amt konnte er jedoch nicht lange bekleiden. Am 5.Juni 1237 verstarb er in Wien.

Ekberts Nachfolger Siegfried resignierte nach wenigen Monaten auf dem Bischofsstuhl und übergab sein Amt an Boppo von Meranien. Er sollte der letzte der Andechs Meranier Bischöfe sein.
Boppo war bei seinem Amtsantritt 70 Jahre alt und seinem Amt nicht gewachsen, vor allem nicht in finanziellen Dingen. Zwar konnte er die Burgen Niesten und Giech sowie das Grafengericht des Radensgau, welches die Landesgerichtsbarkeit für die Diözese inne hatten, gewinnen. Dennoch brachte er das Bistum in starke Bedrängnis und musste sich hoch verschulden. Siegfried wurde 1242 wegen Verfehlungen im Amt durch eine kaiserliches Gericht abgesetzt. So endete die Zeit der Andechs Meranier in Bamberg und mit dem Tod von Herzog Otto VIII. 1248 starb die männliche Linie der Andechs Meranier endgültig aus.

Unter Einfluss Friedrichs II. wählte das Bamberger Domkapitel Heinrich I. von Bilversheim zu ihrem Oberhaupt. Er war der erste Bischof der aus einem Ministerialengeschlecht stammte und nicht aus einem Adelsgeschlecht.

1243 hielt Heinrich I. eine Diözesansynode ab.

1245 gewährte der Kaiser der Stadt einen dreiwöchigen Jahrmarkt. Dieser wurde anlässlich der Domkirchweih im Mai abgehalten und brachte Wachstum für die Stadt, vor allem auf der Regnitzinsel.

Mit dem Tod Friedrichs II. endete die Dynastie der Staufer auf dem deutschen Thron und eine Zeit politischer Unruhen brach herein. Auch für Bamberg und das Fürstbistum ging die Epoche im Rampenlicht der Reichespolitik zu Ende und Reichstage sowie Herrscherbesuche wurden immer seltener in Bamberg.

Ab 1251 diente die Altenburg als Bischofssitz und Trutzburg gegen die aufstrebende Bürgerschaft Bambergs.

1257 verstarb Bischof Heinrich I. in Kärnten. Sein Nachfolger Wudezlaus von Schlesien wurde aus politischen Erwägungen eingesetzt. Er sollte die Rechte Bambergs im Erbfolgestreit um den Besitz der Andechs Meranier wahren, doch er legte sein Amt noch im selben Jahr wieder nieder.

Berthold von Leininegn, Großneffe des Bischofs Boppo, wurde aus dem selben Grund eingesetzt und ihm gelang es 1260 durch den Langenstadter Vertrag den Erbfolgestreit beizulegen.

1260 - 1309 wirkte Hugo von Trimberg als Rektor an den Kollegratsstiften St. Maria und St. Gangolf in Bamberg. Neben Lateinbüchern für den Unterricht verfasste er den "Renner" ein 24472 Verse umfassendes Werk, ein Kultur- und Sittenbild. Der "Renner" sollte ein Leitfaden für ein christliches Leben sein und erfreute sich großer Beliebtheit.

Zwischen den Stadtbürgern, Cives genannt, und den Bewohnern der geistlichen Bezirke, Muntäter genannt, gab es schon oft Spannungen. Die Stellung des Bamberg Bischofs was so geschwächt das er im Jahr 1261 dem Domkapitel die althergebrachte Steuerfreiheit für die Bewohner des Domstifts und die Nebenstifte bestätigen. Dem Domkapitel gelang es zudem, die Rechte der Immunitäten weiter auszubauen. Der Bischof verlor die einträglichen Einnahmen aus der Niederengerichtsbarkeit und konnte in den Immunitätsbezirken keine Steuern ohne die Zustimmung des Domkapitels erheben. So musste der Bischof seinen Geldbedarf bei den Bürgern der Stadt decken, was deren Steuerdruck deutlich erhöhte. Dies wiederum verschärfte die Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Bischof. Um die Lage zu entschärfen, legte Berthold 1275 die gegenseitigen Ansprüche bezüglich Steuern, Wohnrecht, Gerichtsbarkeit und Marktrecht in Statuten fest.

1273 lassen sich die Karmeliter in Bamberg nieder.

Ab 1280 sind im Bistum Weihbischöfe nachgewiesen. Sie hatten die Aufgabe den Bischof in seiner Abwesenheit zu vertreten, wurden vom Bischof eingesetzt und besoldet. Wobei sie nicht an ein Bistum gebunden waren, denn bis ins 15. Jahrhundert war es durchaus üblich, dass ein Weihbischof mehreren Bistümern diente.
Der erste Bamberger Weihbischof war Heinrich von Streitberg, er wirkte auch in Würzburg, Mainz, Konstanz und Halberstadt.

1285 verzichtete Manegold von Neuenburg in Rom auf seine Ernennung zum Bamberger Bischof, woraufhin Papst Honorius IV. 1286 Arnold von Solms zum Bamberger Bischof ernannte. Zunächst gelang es Arnold das Bistum zu vergrößern, doch in seinem letzten Regierungsjahr musste er Burgen und Güter verpfänden, um Schulden des Bistums zu begleichen. Zu den positiven Aspekten seines Pontifikats gehörte die Förderung von Spitälern und Klöstern durch Ablässen und Spenden. 1291 beansprucht Arnold das alleinige Recht zum Bau der Stadtmauern und das Besetzungsrecht der Türme und Tore, was die Stadtbevölkerung gegen ihn aufbrachte. Im gleichen Jahr bildete das Brauereihandwerk erstmals das stärkste Gewerbe der Stadt, anscheinend wurde damals schon der Ruf Bambergs als Bierstadt begründet.

Im Laufe der Regentschaft Leupolds I. von Gründlach, er hatte 1296 das Amt des Bischofs übernommen, kam es am 28 Juli 1298 zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung der Stadt. In dieser Zeit hatte ein Fanatiker mit Namen Rindfleisch das Gerücht verbreitet, "Die Juden würden Hostien schänden", dies wurde im gesamten fränkischen Raum zum Anlass genommen Juden grausam zu misshandeln und in Bamberg wurden 135 Juden ermordet.