Geschichte Bambergs

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14. Jahrhundert

Bei der Bischofswahl 1303 kam es zu einer Doppelwahl, da sich die Domkapitularen nicht auf einen Kandidaten einigen konnten. Nach dem Gerlach von Wetzlar und Johann von Muchel in Rom auf ihre Ansprüche auf den Bischofssitz verzichtet hatten, setzte Papst Benedikt XI. am 31.Januar 1304 Wulfing von Stubenberg ein.
Die Hauptaufgabe des neuen Bischofs war die Konsolidierung der Finanzendes Bistums. Mit Hilfe von Bündnis- und Burghutverträgen gelang es Wulfing den Frieden für das Bistum zu bewahren.

Ab 1306 gab es ein geschriebenes Stadtrecht, in dem auch der Bamberger Stadtrad erwähnt wurde. Allgemein setzte sich im 14. Jahrhundert der Aufstieg des bürgerlichen Bambergs fort vor allem auf der Insel zwischen den Regnitzarmen. Als Zeichen ihres gewonnenen Selbstbewusstseins begannen die Bürger ein Rathaus in die Regnitz zu bauen, sozusagen auf neutralem Boden zwischen geistlichem und bürgerlichem Herrschaftsgebieten. Der Brückenturm des späteren Rathhauses wurde erstmals 1321 schriftlich erwähnt.

1310 ereichten die Dominikaner Bamberg und begannen Klöster und Kirchen zu bauen.

1312 wurde der Bamberger Bischof erstmals in den Reichsgesetzen als Fürstbischof bezeichnet. Somit hatte der Bischof sowohl im Bistum als auch in der Stadt die Herrschaft inne hatte.

1318 kam es erneut zu einer Doppelwahl des Bischofs in Bamberg. Die Kandidaten wollten sich nach Rom begeben um ihr Anliegen dem Papst zu schildern, doch ereilte sie der Tod bevor sie Rom erreichten.

Wegen erneuten Streitigkeiten zwischen Papst und König Ludwig den Bayern hatte das Bistum in der folgenden Jahren kein echtes Oberhaupt. Dies änderte sich erst 1328 mit der Wahl Werntho Schenk von Reicheneck zum Bischof. Das Domkapitel hatte sich das Bischofswahlrecht entgültig erstritten und seinen Einfluss auf die Machtbefugnisse des Bischofs nochmals erweitert.

Mit der Erwähnung des Nordwestlichen Eckturms der Stadtbefestigung 1332 auf der Regnitzinsel ist belegt, dass nicht nur die geistlichen, sondern auch die weltlichen Bezirke der Stadt befestigt waren.

1333 bestätigte König Ludwig das alleinige Recht des Bischofs auf den Stadtmauerbau von 1291 und die Bischöfe hielten an diesem Recht Jahrhunderte lang fest.

1335 erhielten die Bamberger Kaufleute Zollfreiheit für die rheinischen Städte.

Der Nachfolger Werntho Leupold II. von Egloffstein übernahm 1335 nicht nur das Bistum, sondern auch einen Berg von Schulden, dennoch gelang es ihm die Burgen Marloffstein, Theisenort und Greifenstein zu erwerben.

1340 erkannte er das Klarissen Kloster im Zinkenwörth an. Es war das erste Kloster in Bamberg, welches von einer Patrizierfamilie gestiftet wurde.

1344 erlangte Friedrich I. von Hohenlohe das Bischofsamt. Er stellte sich gegen Ludwig den Bayern auf die Seite Karls IV.

1349 gewann das Bistum, im Vertrag von Iphofen, neue Ländereien aus dem Nachlass der 1347 erloschenen Dynastie der Schlüsselberger.

Für die Pest, welche 1350 auch Bamberg erreichte, wurden die Juden verantwortlich gemacht. Sie wurden aus ihren Wohngebieten in der heutigen Judenstraße und dem Pfahlplätzchen vertrieben. Ihre Häuser, das Gemeindehaus und die Synagoge fielen an den Bischof. Um 1365 wurde den Juden erlaubt, sich im Gebiet der heutigen Hellerstasse wieder anzusiedeln.

In einem mittelhochdeutschen Gartenfachbuch von 1350, dem "Pelzbuch" des Gottfried von Franken, wurden die Veredelungskünste der Bamberger Gärtner gewürdigt.

Lupold II. von Bebenburg übernahm 1353 den Bischofssitz und galt als der gelehrteste Bischof des Spätmittelalters.
Die Ansichten Bebenburgs über das Verhältnis zwischen dem Deutschen König und dem Papst fand Eingang in den Wortlaut der Goldenen Bulle aus dem Jahr 1356 die die deutsche Königswahl regelte.
Lupold gelang es die Finanzen des Bistums zu ordnen und den Frieden durch die Weiterführung der Burghutpolitik zu erhalten.

1362 konnte er die Kärntner Besitzungen durch einen Schutz- und Trutzvertrag mit Erzherzog Rudolf von Österreich sichern.

Nach dem Tod Lupolds III. 1363 berief das Domkapitel Friedrich II. von Thüringen zum Bischof.

1365 versuchte Karl IV. die Bistümer Bamberg, Regensburg und Meißen an das Bistum Prag zu binden, da er als König von Böhmen dort umfangreiche Besitzungen hatte und Prag aufwerten wollte. Dies hätte einen Machtverlust für die deutschen Bistümer bedeutet, doch die Bischöfe der betroffenen Bistümer wiedersetzten sich erfolgreich.

Nach drei Jahren im Amt verstarb Lupold III. und Ludwig von Meisen übernahm die Geschäfte im Bistum.

1367 wurde die untere Regnitzbrücke erstmals erwähnt, sie ähnelte mehr einem Steg denn einer Brücke.

Das Bamberger Rathhaus wurde 1370 erwähnt. Aufgrund seines ungewöhnlichen Standortes Mitten in einem Fluss, zählte es zu den originellsten Rathäusern Deutschlands.

1374 wurde Ludwig als Bischof nach Mainz berufen, seinen freien Platz in Bamberg übernahm Lamprecht von Brunn. Noch im gleichen Jahr begann der neue Bischof mit dem Aus- und Umbau der Altenburg zum ständigen Wohnsitz der Bischöfe.

Lamprecht unterhielt gute Beziehungen zu Kaiser Karl IV. sowie zu dessen Sohn Kaiser Wenzel (1378-1400), dies brachte dem Bistum wichtige Privilegien. Durch eine kluge Bündnis- und Steuerpolitik konnte er das Bistum sichern, Gebietszugewinne realisieren und die Schuldenlast verringern.
Er war der letzte mittelalterliche Bamberger Bischof, der eine führende Rolle in der Reichspolitik spielte.

1386 wurde der Bau des Rathauses in der Regnitz abgeschlossen.

1387 kam es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen den Bürgern und dem Bischof. Allerdings unterlag die Bürgerschaft erneut und musste die Vorherrschaft des Bischofs anerkennen.

Seit 1390 sind Feierlichkeiten zu Fronleichnam in Bamberg nachweisbar.

Das Domkapitel fasste den Beschluss nur noch Mitglieder aus edelfreien Geschlechtern aufzunehmen. Dieser Beschluss wurde 1399 vom Papst bestätigt und galt bis zur Säkularisierung 1803.

1393 zerstört ein Feuer die Obere Brücke bzw. die Verkaufsbuden, die sich auf der Brücke befanden.

1397 errang die Bamberger Bürgerschaft die Aufhebung der Immunitätenprivilegien, doch der Bischof ignorierte den Erlass König Wenzels und ein Jahr später wurden die Privilegien wieder in Kraft gesetzt.

Die bisher selbständigen Gemeinden Zinkenwörth und Wunderburg wurden 1398 dem Schutz der Stadt unterstellt.

1399 verzichtete Lamprecht auf sein Amt und Albrecht von Wertheim wurde zum Bischof ernannt. Er führte den von Lamprecht begonnenen Reformkurs fort, um die Seelsorge seiner Schutzbefohlenen zu verbessern.