Geschichte Bambergs

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15. Jahrhundert

Ab 1400 wurde die Zahl der Domkapitularen auf 34 festgelegt. Die Kapitularen wohnten in eigenen Domherrenhöfen auf dem Domberg. Zu Beginn des Bistums lebten die Kanoniker unter einem Dach und aßen an einem Tisch. Doch am Ende des 14. Jahrhunderts wurde diese Tradition entgültig aufgegeben.

1415 initiierte der Bischof das Dompredigersamt.

Die Regentschaft Friedrich III. von Aufsess, er wurde 1421 ernannt, war vom Hussitensturm überschattet. Die Hussiten waren Anhänger des tschechischen Reformators Jan Hus, der am 30.Juli 1424 als Ketzer verbrand worden war.

Die Hussiten fielen 1426 erstmals in Bayern und Franken ein. 1430 standen sie vor Bamberg, woraufhin das Domkapitel mit dem Domschatz auf die Giechburg, der Bischof nach Kärnten und die wohlhabenden Bürger ins Umland flohen. So konnten die Angreifer kampflos in die preisgegebene Stadt einziehen und die Domherrenhöfe plündern. Dennoch konnte größerer Schaden vermieden werden, da Markgraf Friedrich von Brandenburg auf der Burg Zwernitz, einen Waffenstillstand aushandeln konnte. Bamberg musste 12000 Gulden um der Brandschatzung zu entgehen aufbringen.

Bischof Friedrich III. hatte 1431 resigniert und sein Amt an Anton von Rotenhan übergeben. Dessen Amtszeit wurde vom Immunitätenstreit geprägt.

Nach dem Abzug der Hussiten erneuerten die Bürger ihre Forderung die Steuerfreiheit der Muntäter aufzuheben und eine Gerichtsbarkeit für die ganze Stadt, sowie das Recht die Stadt zu befestigen, da der Hussiteneinfall gezeigt hatte wie Verwundbar die Stadt ohne umfassende Stadtmauer war.
Zunächst stellte sich König Sigismund auf die Seite der Bürger und gab ihrem Anliegen in einer "Goldenen Bulle" statt. Doch das Domkapitel gab sich nicht so schnell geschlagen und legte auf dem Konzil von Bern Einspruch gegen den Erlass des Königs ein und bekam ebenfalls Recht. Daraufhin kam es zu gewalttätigen Übergriffen gegen die Geistlichen, dies war der Auftakt des sog. "Muntäterkieges".
Der Bischof versuchte zu vermitteln, hatte jedoch keinen Erfolg. Schließlich wurde der Fall erneut vor dem Berner Konzil verhandelt, die Privilegien der Muntäter bestätigt und den Bürgern die Befestigung der Stadt untersagt, was zu einer weiteren Eskalation führte. Der Bischof belegte die Bürger seiner Residenzstadt am 2. Januar 1435 mit einem Bann und Interdikt. Die Bürgerschaft antwortete darauf am 11. Juli mit der Verwüstung des Klosters Michelsberg und verschleppten Teile der Klosterbibliothek.

Der Immunitäterkrieg konnte erst 1440 erntgültig beigelegt werden. Zwar mussten die Muntäter erstmals eine Steuer, das sog. "Wochengeld", an die Stadt entrichten, behielten aber alle anderen Privilegien. Im Gegenzug mussten die Bürger den Mauerbau einstellen und die Stellung des Domkapitels anerkennen. So blieb die Stadt ein geteiltes Gemeinwesen und vom wirtschaftlichen Aufschwung anderer Städte wie Nürnberg ausgeschlossen.

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Trotz des wirtschaftlichen Stillstands blühte das intellektuelle Leben. Die Schriften des Bamberger Domherren Albrecht von Eib er lebte von 1420 bis 1475 "Von der Schönheit des Mägdelein Barbara" und "Lobrede auf Bamberg" zählen zu den frühesten Beispielen humanistischer Literatur in Deutschland.

1437 wurde die Hofapotheke am Fuß des Dombergs erstmals urkundlich erwähnt und zählt zu den ältesten Apotheken Deutschlands. Wahrscheinlich ist sie die älteste am selben Ort durchweg betriebene Apotheke Deutschlands.

1440 zerstörte ein Brand das erste Bamberger Stadtarchiv. Ein Blitz war in den Turm des Rathauses eingeschlagen, wo sich die Pulverkammer nebst Archiv befunden hatte.

1443 wurde das Grab des hl. Otto im Michelsberg durch ein Hochgrab ersetzt.

1450 hatte der alte Rathausbau teilweise ausgedient, wurde abgebrochen und durch einen gotischen Bau ersetzt.

Der Bierverbrauch soll 440 Liter pro Kopf betragen haben.

1451 predigte der Buß- und Kreuzzugsprediger Johannes Capestrano auf dem Domberg.

In Prozessakten von 1456 tauchte das "Götz Zitat" L.m.a.A auf. Agnes Schwanfelder hatte das berühmte Zitat in einem Streit verwand und war daraufhin verklagt worden, somit könnte man annehmen das, das Zitat erstmals in Bamberg gebraucht wurde. Wobei der Rest der Prozessakte noch wesendlich derbere Sprüche enthielt, nicht um sonst wurde Agnes auch als "Schwertgoschen" bekannt.

1456 waren vier Frauenhäuser (Bordelle) im Stadtgebiet angesiedelt.

1459 übernahm Georg I. von Schaumberg den Bischofsstab. Er führte die von seinem Vorgänger eingeleitete Klosterreform fort. Doch zunächst musste er sich mit Markgraf Albrecht Achilles und den Würzburgern auseinandersetzen, die das Bistum bedrängten. Georg konnte die kriegerischen Auseinandersetzungen 1464 durch die Erbfriedensvereinbarung mit Albrecht und 1469 mit den Würzburgern beilegen.

1460 entstanden die ersten Druckerzeugnisse in Bamberg, damit war Bamberg die zweite Buchdruckerstadt nach Mainz in Deutschland. Das erste Buch, welches in Bamberg gedruckt wurde war eine lateinische, 36 zeilige Bibel. 1461 druckte der bischöfliche Sekretär und ehemalige Gehilfe Gutenbergs Albrecht Pfister die ersten deutschsprachigen Bücher in Bamberg.

1467 war die Reform des Klosters Michelsberg abgeschlossen, somit konnte der drohende Niedergang noch einmal vermieden werden.

1470 entstand die "Capestrano Tafel". Sie zeigt den Prediger Johannes Capertrano auf dem Domberg und stammte wahrscheinlich aus der Werkstatt von Cuntz Pleydenwurff, welcher einer Bamberger Malerfamilie entstammte.

1475 folgte Philipp von Henneberg Georg auf dem Bischofsitz. Seine Amtszeit war vom Streit zwischen Bischof und Domkapitel und dem sogenannten "Pfaffenstreit" mit Kurfürst Albrecht Achilles bestimmt. Das Domkapitel versuchte die Macht des Bischofs zu beschneiden, nur mit Hilfe des Papstes konnte sich Philipp diesem Ansinnen entziehen. Fürst Albrecht wollte den Einfluss der Kirche auf seinem Territorium zurück drängen, dieser Streit wurde mit allen Mitteln wie Bann und Pfändung geführt.

1478 wurden alle Juden aus dem Bistum ausgewiesen und bis zum Ende des 16. Jahrhunderts gab es keine jüdische Gemeinde mehr in Bamberg.

1483 entstand das Gemälde Apostelabschied, welches eine Stadtansicht Bambergs im Hintergrund zeigt.

1487 übernahm Heinrich III. Gross von Trockau das Bistum und kümmerte sich um die geistige Erneuerung der Kirche. Nach einem Brand lies Heinrich III. die Wirtschaftsgebäude an der Nordseite der Alten Hofhaltung neu errichten und erweitern.

1492 stürzte der Schlafsaal des Michelsberger Klosters ein, ob es verletzte oder Tote gegeben hatte ist nicht überliefert.

1493 erschien Hartmann Schedels Weltchronik, sie enthielt unter anderem einen Druck von Bamberg.

1499 wurde einigen Juden, bei einer finanziellen Gegenleistung, der Aufenthalt in Bamberg gestattet.

Der Bischof gab ein Hochgrab für das Kaiserpaar Heinrich und Kunigunde bei Tilmann Riemenschneider in Auftrag.