Geschichte Bambergs

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16. Jahrhundert

Deutschlands bedeutenster Philologe des 16. Jahrhundert Joachim Camerarius 1500-1574 entstammte dem Bamberger Patriziergeschlecht der Kammermeister.

1501 waren sieben Maler und zwei Holzschnitzer in Bamberg ansässig.

Die Bischöfe Veit I. Truchsess von Pommersfelden (1501-1503) und Georg II. Marschalk von Ebneth (1503-1505) hinterließen Aufgrund ihrer kurzen Amtszeit keinen bleibenden Eindruck in Bamberg.

Der 1505 ernannte Georg III. Schenk von Limpurg brachte eine neue geistige Blühte in Bamberg. Er förderte Künstler wie Hans Nussbaum und Tilmann Riemenschneider, aber auch Albrecht Dürrer weilte in den Jahren 1517-1520 des öfteren in Bamberg und schuf ein Porträt des Fürstbischofs.
Daneben unterstützte der humanistisch gesinnte Bischof Männer wie Ulrich von Hutten, er war von 1517-1520 in Bamberg ansässig, ebenso wie Crotus Rubianus. Der Reformation stand Georg III. zumindest nicht feindselig gegenüber.

1506 fielen 80 Häuser einem Brand zum Opfer.

1507 trat die "Bamberger Halsgerichtsordnung" in Kraft. Sie wurde vom Bamberger Hofmeister Johann Freiherr von Schwarzenberg verfasst und 1532 Grundlage des Reichsstrafgesetzbuches "Constitutio Criminalis Carolina" Kaiser Karls V. Schwarzenberg besaß zwar keine humanistische Bildung doch als Richter hatte er sich große Verdienste erworben. So schuf er ein juristisches Werk, welches im ganzen Land Aufmerksamkeit erfuhr und mit geringfügigen Veränderungen 1516 als "Brandenburgische Halsgerichtsordnung" in der Markgrafschaft Ansbach und Kulmbach sowie im Kurfürstentum Brandenburg eingeführt wurde.

1513 stellte Albrecht Dürrer das Kaisergrab fertig. Auf der Grabplatte befinden sich Statuen von Heinrich II. und Kunigunde. Auf den Seitenwänden des Hochgrabes sind Reliefs, die Szenen aus dem Leben des Kaiserpaares darstellen, angebracht

Zwar erließ der Bischof 1515 ein Ausweisungsdekret gegen die jüdische Bevölkerung, doch gegen Zahlung eines Schutzgeldes konnten diese im Bistum und der Stadt verweilen. Diese Praxis wurde bis 1662 fortgeführt.

1522 ersetzte Weigand von Redwitz den verstorbenen Bischof. Während unter seinem Vorgänger die Lehren Luthers im Bistum und der Bürgerschaft Bambergs fußfassen konnten, wollte Weigand den neuen Glauben zurückdrängen.

1524 wurde Johann Schwanhausen seines Amtes als Custor in St. Gangolf enthoben und des Bistums verwiesen. Er war einer der glühensten Vertreter der Reformation und seine Zuhörerschaft wurde nach Tausenden gezählt.

Nach Unruhen im Bistum berief Weigand im April 1525 seine Ritterschaft nach Bamberg, um seinen Wohnsitz zu schützen. Unter der Bürgerschaft verbreitete sich das Gerücht, dass der Bischof seine Waffenträger gegen die reformfreundlichen Bürger einsetzen wollte, woraufhin am 11. April ein Aufstand losbrach. Die Aufständischen besetzten die Stadt und belagerten die Altenburg, wohin sich der Bischof geflüchtet hatte.
Weigand weigerte sich den Forderungen der Bürgerschaft nach Selbstverwaltung, Abschaffung des Domkapitels und freier Predigt des Evangeliums statt zu geben. Daraufhin kam es zu Plünderungen in der Hofhaltung, den Domherrenhöfen und den Klöstern.
Als das Heer des Schwäbischen Bundes dem Bischof zu Hilfe kam, gaben die Aufständischen die Belagerung der Altenburg auf und übergaben am 19.Juni die Stadt. Zwar kam es zu einer friedlichen Einigung, dennoch wurden zwölf Anführer des Aufstandes hingerichtet. An den politischen und religiösen Verhältnissen in Bamberg hatte sich nichts geändert. Im Gegenteil! Wiederum verließen einige Patrizierfamilien die Stadt, die Steuerlast der Bürger stieg erneut.

1529 erhielt der Dom eine mechanische Uhr.

1535 branden Teile der Altenburg aus, woraufhin die Bischöfe ihren Wohnsitz wieder auf den Domberg verlegten.

1538 wurde Christoph Clavius in Bamberg geboren. Er war Jesuit, Mathematiker und Mitglied der päpstlichen Kalenderkommission.

1552 fiel Markgraf Albrecht Alkibiades von Brandenburg Kulmbach im Fürstbistum Bamberg ein, erzwang die Abtretung von einem Drittel des Hochstiftsgebietes und die Zahlung von 80 000 Gulden. Doch damit war der Krieg noch nicht beendet. Am 16. April 1553 besetzten die Truppen des Markgrafen Bamberg. Nachdem eine Brandschatzung von 200 000 Gulden nicht aufgebracht werden konnte, ließ Albrecht die Stadt plündern, verwüsten und die Altenburg entgültig niederbrennen. Die Burg wurde bis zur Übernahme durch den Altenburgverein im 19. Jahrhundert nicht wieder instandgesetzt.

1556 wurde Georg IV. Fuchs von Rugheim Bischof konnte jedoch im Bistum nicht viel bewirken.

Nach Georgs Ableben übernahm Veit II. von Würzburg 1561 den Bischofstab. Zwar hatte er mit der Umsetzung des Konzils von Trient, die Katholische Kirche zu reformieren, nur mäßigen Erfolg, doch gelang es ihm die Schäden des Markgrafenkrieges zu beheben und die Finanzen des Bistums zu ordnen.

1568 begannen umfangreiche Bauarbeiten an der Alten Hofhaltung.

1573-1600 wurden dreißig Bamberger Kleriker am Collegium Germanicum in Rom ausgebildet. Fast alle nahmen später in Bamberg angesehene und einflussreiche Positionen ein und wurden zum Rückrad der Gegenreformation im Bistum.

1580 übernahm Martin von Eyb das Bischofsamt, verzichtete aber drei Jahre später auf das Amt und Ernst von Mengersdorf wurde zum Bischof gewählt. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Einführung des verbesserten Gregorianischen Kalenders, an dessen Erstellung Christoph Clavius aus Bamberg maßgeblich beteiligt war.

1585-1587 wurde das Stadtschloss Geyerswörth zum Fürstbischöflichen Wohnsitz umgebaut. Vom ursprünglichen Bau blieb nur der Turm erhalten.

Bischof Ernst gründete in Übereinstimmung mit den Anweisungen des Trienter Konzils 1586 ein Klerikalseminar "Seminarum Ernestinum" zur Ausbildung katholischer Geistlicher. Das Priesterseminar hatte zunächst 20 Kandidaten und befand sich in den Räumen des Karmeliterklosters. 1594 wurde es in das aufgelassene Benediktinerkloster am Kaulberg verlegt.

1587 erneuerte der Bischof das Ehesakrament und erließ ein Ehemandat. Die Ehe musste vor einem Geistlichen und zwei bis drei Zeugen geschlossen werden. Dies war nötig geworden, da die Eheschließungssitten während des Konfessionsstreites stark gelitten hatten.

1591 übernahm Neithard von Thüngen die Führung im Bistum und trieb die Gegenreformation voran. Am 23. März erließ er das Religionsmandat, das die Rückkehr aller Andersgläubigen in den Schoß der katholischen Kirche einforderte, andernfalls drohte die Ausweisung aus dem Bistum.

Der erste Hexenprozess in Bamberg wurde 1596 verhandelt. Die Angeklagte wurde verbrand.

Mit der Wahl Johann Phillips von Gebsattel 1599 zum Bischof wurden die Bemühungen der Gegenreformation im Bamberger Bistum vorübergehend ausgesetzt.

Die Einwohnerzahl der Stadt betrug am Ende des Jahrhunderts 11 500.