Geschichte Bambergs

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17. Jahrhundert


Zur Jahrhundertwende war Süßholz eines der wichtigsten Exporterzeugnisse der Bamberger Gärtner. Aus Süßholz wurde Lakritze und Hustensaft hergestellt.

Seit 1601 gibt es ein Waisenhaus in Bamberg.

1602 entstand der erste Bamberger Stadtplan in der Werksatt von Peter Zweidler einem Kartographen aus Teuschnitz.

1603 erhielten die Bürger der Stadt das Hochzeitshaus am Kranen, als Veranstaltungsort hier konnten Sie Räume und Bedienungen anmieten.

1605-1611 entstanden unter der Leitung des Nürnberger Stadtbaumeisters Jakob Wolff d. Ä. die beiden Westflügel der Neuen Residenz.

1609 wurde Johann Gottried von Aschhausen einstimmig zum Bischof gewählt. Er nahm die Reform der Kirche wieder auf und versuchte den katholischen Glauben wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Zu diesem Zweck holte er die Jesuiten nach Bamberg, denn sie galten als Träger der Gegenreformation.

Im gleichen Jahr erließ der Bischof ein Mandat, welches bei Neubauten den Steinbau an Stelle des Fachwerkbaues und bei Dachdeckarbeiten Ziegeln statt Holzschindeln vorschrieb.

1610 brannte die zweite Klosterkirche auf dem Michelsberg ab.

1611 übergab Johann Gottried den Jesuiten die Leitung des gerade in einen Neubau umgezogenen Gymnasiums.

Bengt Bengtson Oxenstierna erwähnt Bamberg in seinen Reiseaufzeichnungen.

1613 übernahmen die Jesuiten neben dem Gymnasium auch die Leitung des Priesterseminares. 1614 kamen auch die 13 Bamberger Stadtschulen unter die Führung des Ordens.

1617 wurde das Deckengemälde der sog. Himmelsgarten in der renovierten Klosterkirche des Michelsbergs fertiggestellt. Der Himmelsgarten zeigt 578 Blumen und Kräuter und gehört zu den außergewöhnlichsten Deckengemälden Deutschlands.

Nach dem Tod des Würzburger Bischofs übernahm Johann Gottfried dessen Amt und regierte beide Bistümer in Personalunion. Ein Zustand der sich in den folgenden Jahrhunderten noch wiederholen sollte, was die Macht der Bamberger Bischöfe noch steigerte.

1618 brach mit dem Prager Fenstersturz der Dreißigjährige Krieg aus. Der Bamberger Bischof stellte dem Kaiser und der Katholischenliga 13000 Soldaten zur Verfügung.

1623 übernahm Johann Georg II. Fuchs von Dornheim das Bamberger Bistum und erlangte traurigen Ruhm als fanatischer Inquisitor und erhielt den Beinamen Hexenbrenner. Zwar waren im Fürstbistum schon Ende des 16. Jahrhunderts Hexen verbrand worden, doch während der Regentschaft Johann Georgs fielen dem Hexenwahn nachweislich 236 Personen zum Opfer, darunter 5 Bürgermeister einige Hofbeamte und ein bischöflicher Kanzler.
Eine Besonderheit der Bamberger Hexenverfolgung war das Malefizhaus, es wurde 1627 eigens gebaut um angebliche Hexen zu internieren, zu verhören und Hexenprozesse zu führen. Eine weitere war, dass überdurchschnittlich viele Männer als Hexer angeklagt und hingerichtet wurden.
Erst mit dem Einmarsch der Schweden fand der Hexenwahn in Bamberg ein Ende.

Zwischen 1626/27 siedelten sich die Kapuziner in Bamberg an. Sie waren neben den Jesuiten die zweite Stütze der Gegenreformation.

Eine Frostnacht am 25. Mai 1626 verheerte die Felder, so dass eine Hungersnot ausbrach. Die Bürger forderten einen Schuldigen, was wiederum eine Welle von Hexenprozessen nach sich zog.

1632 erwähnte Martin Zeiller Bamberg in seinen Reisebeschreibungen.

Zunächst blieb Bamberg von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verschont und die Stadt musste nur den Durchzug fremder Truppen erdulden.
Doch am 11. Februar 1632 besetzten schwedische Truppen unter General Horn, nach kurzer Gegenwehr der Bürgerschaft die Stadt. Der Bischof floh mit seien Truppen nach Forchheim.
Schon am 9. März konnte Graf Tilly mit 8000 Mann die 1800 Schweden vertreiben und Bamberg fast ein Jahr halten.
Am 4. Oktober nahem Kurfürst Maximilian I. von Bayer und General Wallenstein für acht Tage Quartier in Bamberg.

1633 wurde Frank von Hatzfeld in Kärnten zum Bischof von Bamberg und Würzburg gewählt. Er Konnte jedoch erst im Frühjahr 1635 in Bamberg einziehen, da die Stadt am 9. Februar 1635 erneut von schwedischen Truppen unter Wilhelm von Lothausen und Nikolaus Conrad Zorn von Bullach eingenommen worden war.

Im Oktober 1633 zogen die Schweden wieder ab, nachdem die Vertreter der Stadt versprochen hatten sich neutral zu verhalten.

Am 22 Februar 1635 wurde Bamberg erneut von den Schweden besetzt.

Nach einer Niederlage in der Schlacht von Nördlingen konnten sich die Schweden vorerst nicht mehr in Franken halten und mussten sich am 8. September 1635 zurückziehen.

Zwar war nach dem Prager Frieden vom 30. Mai 1635 Franken kein unmittelbarer Kriegsschauplatz mehr, dennoch wurde Bamberg durch Truppendurchzüge, Einquartierungen, Kontributionen und kurzzeitige Besetzungen weiterhin belastet und die Bevölkerung litt immer noch große Not.

1642 wurde Melchior Otto Voit von Salzburg zum Nachfolger des verstorbenen Fürstbischofs bestellt und erwarb sich große Verdienste um den Wiederaufbau der Stadt.

1643 wurde Bamberg zum letzten Mal von schwedischen Truppen besetzt. Die letzten Schweden verließen erst 1648 das Hochstift.

1648 beendete der Westfälische Frieden den Krieg. Das Fürstbistum Bamberg wurde durch den tatkräftigen Gesandten Cornelius Göbel vertreten. Doch erst 1650 konnten die Bamberger die Mittel für eine Friedensfeier aufbringen.

Der Krieg hatte in der Stadt schlimme Spuren hinterlassen. Zwar waren nur wenige Gebäude durch direkte Kriegseinwirkungen zerstört worden, doch durch die ständige Einquartierungen von Soldaten waren viele Gebäude ruiniert, oder durch dauerhaften Leerstand unbewohnbar geworden. Wobei vor allem die ärmeren Stadtviertel betroffen waren. Selbst der Dom hatte schwer gelitten und musste vorübergehend geschlossen werden. Der Bischof nutzte die Gelegenheit und begann man mit der barocke Umgestaltung des Innenraums.
Die Bevölkerung hatte von 12000 Einwohnern um 1600 auf 6900 abgenommen. Das Bistum musste 100 000 Gulden Kriegsentschädigung aufbringen. Es dauerte lange bis sich Bamberg von dem Verlust an Menschen und Kapital erholte.

Am 14. November 1647 erhob der Bischof das Kollegium der Jesuiten zur Universität. Die "Academia Ottoniana" hatte zunächst eine theologische und eine philosophische Fakultät. Nach der Bestätigung durch Kaiser und Papst nahm die Universität am 1. September 1648 ihre Lehrtätigkeit auf und bis 1650 stieg die Zahl der Studierenden auf 400.

Ebenfalls 1648 erschien eine Bamberger Stadtansicht in der "Topographia Franconiae"".

Um 1650 wurde den Juden offiziell gestattet sich in der neuen Judengasse (heute Generalsgasse) anzusiedeln, wobei die Bischöfe mehrere Mandate zum Schutz der Juden erließen.

1654 wurde die Kapuzinerkirche zu Ehren Heinrichs und Kunigunde geweiht.

1668 wurde das Rottmeisterhaus, der älteste Teil des Alten Rathauses, erneuert.

1672 hatte Bamberg wieder eine Einwohnerzahl von 10000 erreicht.

Peter Philipp von Dernbach übernahm 1672 den Bamberger Bischofssitz und wurde 1675 auch Bischof von Würzburg. In einem Allianzvertrag vom 15. November 1675 verpflichtete er sich zur Bereitstellung von 6000 Soldaten für den Kaiser, der in Kämpfe gegen die Franzosen verwickelt war. Dieses Truppenkontingent sollte zur Keimzelle eines Stehenden-Heeres im Fürstbistum werden.

Seit 1678 ist im Haus des heutigen "Schlenkerla" eine Braugaststätte nachweisbar.

1679 wurde im rückwärtigen Teil des Anwesens Generalsgasse Nr. 15 die dritte Bamberger Synagoge errichtet.

1683 bestieg Maquard Sebastian Schenk von Staufenberg den Bischofstuhl in Bamberg. Er ordnete die Finanzen des Bistums und begann den barocken Umbau der Stadt, welcher in der Schönbornzeit seinen Höhepunkt fand.
Zu den bedeutensten Bauten dieser Zeit gehören die Martinskirche sie wurde 1686-1693 durch Georg Dientzenhofer errichtet und die Marquardsburg (Schloss Seehof) 1687-1696 bei Seehof, drei Kilometer vor den Toren der Stadt, nach Plänen von Antonio Petrini erbaut.

Nach dem überraschenden Tod Maquard Sebastians wurde 1693 Lothar Franz von Schönborn einhellig vom Domkapitular zu seinem Nachfolger bestellt. Er tat sich vor allem als Bauherr hervor, was ihm den Beinamen "Vater des fränkischen Barock" einbrachte.
Doch auch im Reich hatte er großen Einfluss, da er 1695 auch Bischof zu Mainz wurde, und ihm damit die erste Kurwürde des Reiches und das Erzkanzleramt zugefallen waren.

1698 errichtete Johan Christoph Bissing den Neptunbrunnen am Grünen Markt. Der Figurenschmuck stammen von dem Bildhauer Kaspar Metzner.

Ebenfalls 1698 begann der Baumeister des Bischofs Leonhard Dientzenhofer mit dem Erweiterungsbau der Neuen Residenz und fügte dem 1605 entstandenen Gebäude bis 1703 zwei Flügel hinzu. Ein geplanter vierter Flügel, der den Abriss der "Alten Hofhaltung" bedurft hätte, wurde nicht ausgeführt.

1699 kam es zu Übergriffen gegen jüdische Bürger in Bamberg, nachdem der Fürstbischof, trotz einer Nahrungsmittelknappheit, Getreide an holländische Juden verkauft hatte.

Gegen Bezahlung durften sich Juden in Bamberg aufhalten. Sie genossen sogar den Schutz des Bischofs solange dieser finanzielle Vorteile aus ihrem Aufenthalt ziehen konnte. So mussten die Juden Leibzoll, Haussteuer, Handelssteuer, Pferdegeld, Neujahrsgeld, Totenzoll, Bergsteuer, Interregnumsabgabe usw. zahlen.