Geschichte Bambergs

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18. Jahrhundert

1700 erhielt auch die Klosterkirche auf dem Michelsberg eine barocke Fassade.

Neben dem Bischof beteiligten sich auch Bürgerliche am Baugeschehen in der Stadt. So ließ sich der Fürstbischöfliche Geheimrat Johann Ignaz Tobias Böttinger 1707-1712 am Fuße des Stephansberges einen Palais errichten, das sogenannte Böttingerhaus, welches in Deutschland seines gleichen sucht.

1707-1709gab ein Tabakhändler, gegenüber der Martinskirche, das barocke Raulinohaus in Auftrag, verantwortlich für die Ausführung war Johann Dientzenhofer.

1709-1711 entstand gegenüber der Martinskirche das barocke Raulinohaus, verantwortlich für die Ausführung war Johann Dientzenhofer.

1710 wurde Zigeunern bei Androhung der Todesstrafe verboten das Gebiet des Bamberger Hochstifts zu betreten.

1711-1718 schuf Baumeister Johann Dientzenhofer in Pommersfeld die bischöfliche Sommerresidenz Schloss Weißenstein.

Am 12. Dezember 1711 konnte Lothar Franz seinen größten politischen Erfolg feiern. Er hatte Karl VI. zur Kaiserkrone verholfen. Karl war der letzte Habsburger auf dem Kaisertron.

1712 begannen umfangreiche Umbauarbeiten auf dem Michelsberg die sich über mehrere Jahrzehnt hinzogen und dem Kloster sein heutiges barockes Aussehen verlieh.

Am 10. November ließ Lothar Franz ein offenes Patent in allen Orten des Fürstbistums anschlagen, in dem er die Übergriffe auf Juden verurteilte und unter Strafandrohung verbot. Unter diesem Schutz durch die Obrigkeit konnte sich die jüdische Gemeinde erholen.

1713 konstituierte sich an der Oberen Pfarre die Sebastians Bruderschaft. Bruderschaften waren träger der barocken Frömmigkeit und bemühten sich um einen tadellosen Lebenswandel ihrer Laienbrüder.

Giovanni Fracesco Marchini schuf 1714 die imposante Scheinkupel in der Martinskirche, die erste dieser Art in Deutschland.

1715 stiftete Friedrich Rosenzweig die Kreuzigungsgruppe auf der Oberen Brücke sie wurde von Leonhard Gollwiker ausgeführt.

1716-1722 errichtete Johann Dientzenhofer das Wasserschloss Concordia. Sein Auftraggeber war Geheimrat Ignatz Böttinger.

1717 ließen sich die Englischen Fräulein in Bamberg nieder und eröffneten das sechste Englische Institut für Mädchenbildung in Deutschland.

Ein Erlass vom 12. August 1718 untersagte Betteljuden die Einreise ins Hochstift Bamberg.

1719 gründete der Domherr Franz Friedrich von Greifenklau eine Brauerei am Laurenziplatz auf dem Kaulberg. Trotz häufigen Besitzerwechsels besteht die Brauerei Greifenklau bis heute und ist Teil der Bamberger Bierkellerkultur.

Am 28. August 1720 erließ der Bischof ein Erlass gegen Bettler, Vagabunden, Müßiggänger und Kriminelle.

1726 ließ Lothar Franz am Rappeltschen Haus eine Altane als Verkündungskanzel anbringen.

Joseph Mutschele wurde 1728 in der Nähe von St. Gangolf geboren. Er war der begabteste Spross der Bamberger Bildhauerfamilie Mutschele und wurde Hofbildhauer des Zaren von Russland.

Nach dem Tod von Lothar Franz von Schönborn 1729 trat sein Neffe Friedrich Karl von Schönborn sein Erbe als Bischof an. Im Mai übernahm er auch das Bistum Würzburg, somit waren die Mainfränkischen Bistümer wieder in einer Hand vereint. Im Herbst kamen seine Brüder Kurfürst Franz Georg von Trier, Kardinal Damian Hugo Bischof von Speyer und Marquard Wilhelm Dompropst zu Bamberg und Eichstätt in seine Residenzstadt, um ihm das Pallium, als Zeichen der Verbundenheit Roms mit seinem Bistum, zu übergeben.
Im Gegenzug weihte Friedrich Karl seinen Bruder Franz Georg zum Priester und zum Bischof von Trier.

Für die Umbauarbeiten in Schloss Seehof 1729-1738 zeichneten Balthasar Neumann, Johann Michael Küchel und Justus Heinrich Dientzenhofer verantwortlich. Vor allem der neugestaltet Park mit Heckentheater, Seen, Wasserkaskaden, Terrassen und über 400 Figuren gehörte zu den bekanntesten in Europa. Im Laufe der Bautätigkeit entstand auch eine Orangerie.

Kronprinz Friedrich der Große von Preußen kam am 19. Juli 1730 mit seinem Vater nach Bamberg und logierte hier einige Tage.

1732 entstand am Maxplatz ein neues Gebäude für das Priesterseminar.

1735 erweiterte Friedrich Karl die Bamberger Universität um eine juristische Fakultät, die als erste in Deutschland einen Lehrstuhl für Staatsrecht hatte.

1737 lebten 48 jüdische Familien in Bamberg.

1739 wurde die Untere Brücke von Balthasar Neumann in einer Bauzeit von nur einem Jahr komplett neu erbaut.

1741 eröffnet Jodocus Bernhard von Aufsees ein Schülerwohnheim, das sog. Aufseesianium, auf dem Grund des ehemaligen Aegidienspitals und stattet es mit einer Erbschaft von 300000 Gulden aus. Zunächst wohnten dort 36 Schüler.

1742 wurde das Schlachthaus am Kranen umgebaut und erweitert.

1744-1756 erfolgte ein Umbau des Alten Rathauses nach Plänen von Michael Kückel. Von diesem Umbau blieb nur das Rottmeisterhaus ausgenommen. Die Barockfassade stammt von Johann Anwander.

1745 konstituieren die Karmeliten die Josefsbruderschaft.

Ab 1746 gab es eine regelmäßige Frachtschifffahrtslinie zwischen Bamberg und Würzburg.

Mit dem Heimgang Friedrich Karls am 25. Juli 1746 ging eine Zeit der architektonischen Blühte in Bamberg zu Ende. Seine Nachfolge trat Johann Philipp von Frankenstein an.

Er reformierte das Beamtentum im Hochstift und schloss eine Vereinbarung mit dem Domkapitel, welche die seit Jahrhunderten schwelenden Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bischof und Domherren entgültig beilegte.

1747 brannte das 1732 errichtete Zuchthaus in der Sandstraße aus und wurde 1753 wieder hergestellt. Noch heute dient es als Gefängnis, im Volksmund "Cafe Sandbad" genannt.

Am 30. August 1747 erlies Bischof Frankenstein eine Verordnung, nach der keinem Juden mehr Schutz gewährt wurde, der nicht eine gewisse Summe als Besitz nachweisen konnte. Die jüdische Gemeinde musste für die Liquidität ihrer Mitglieder bürgen.

1750 lies Abt Hieronymus Held ein Domizil für die Ebracher Zisterzienser, den Neuen Ebracher Hof, am Unteren Kaulberg bauen.

Die den rechten Regnizarm überspannende Seesbrücke wurde 1752 nach Plänen von Johann Küchel fertiggestellt.

1753 wurde der betagte Franz Konrad von Stadion Bischof, er verstarb jedoch nach kurzer Regentschaft, worauf Adam Friedrich von Seinsheim sein Amt übernahm. Dieser verkörperte noch einmal den Typ des spätbarocken Fürsten, war aber auch der Aufklärung zugeneigt.

Ab dem 1.Januar 1754 erschien die erste Bamberger Zeitung. Sie wurde von Johann Gertner unter dem Titel "Neue, Doch Gemeinnützige Frag- und Anzeige- Nachrichten" herausgegeben.

1755 erschütterte ein Erdbeben die Mauern Bambergs.

Joseph Mutschele erweiterte das Alte Rathaus um zwei Balkone. Der eine trägt das Wappen des Fürstbischofs Franz Konrad, der andere das Wappen der Stadt.

Die Jesuiten errichten das Marianum als Unterkunft für bedürftige Studenten. 1756 erhielt der heutige Rosengarten in der Neuen Residenz einen neuen Pavillon, errichtet wurde es von Michael Küchel.

Am Stephansplatz 5 eröffnete die Präparanden-Schule als Vorbereitungsschule für Lehrkräfte.

1757 bezog der fürstbischöfliche Uhrmachermeister Leopold Hoys seine Dienstwohnung im Uhrmacherhaus am Unteren Bach. Von ihm stammte unter anderem die Rathausuhr mit einem bis dahin unbekannten Viertelstunden Schlagwerk.

Im Zuge des Siebenjährigen Krieges wurde Bamberg dreimal besetzt. Erstmals fielen preußische Truppen am 31. Mai 1758 ein. Sie brannten 58 Häuser im Gärtnerviertel nieder, konfiszierten das gesamte Hof- und Kirchensilber.

Am 15. und 16. Mai des folgenden Jahres gaben die preußischen Generale Knobloch und Itzemplitz die Stadt erneut der Plünderung durch ihre Truppen preis und verlangten eine Kontribution von zwei Millionen Taler und verliesen die Stadt

Am 20. November 1762 kehrten die Preußen erneut nach Bamberg zurück. General von Kleist forderte zwei Millionen Taler, 2000 Artilleriepferde und 500 einheimische Rekruten.

Am Ende des Krieges hatte das Bistum 1 000 000 Gulden an Kontributionen gezahlt und musste dafür seine Besitzungen in Kärnten verkaufen. Die Stadt erholte sich nur sehr langsam von den Folgen der Besetzungen und Plünderungen.

1767 übernahm Wolfgang Heller eine Brauerei in der Sandstrasse, das spätere "Schlenkerla" mit seinem berühmten Rachbier.

Die Domtürme mussten 1769-72 umgebaut werden, da sie beim Erdbeben von 1755 in Mitleidenschaft gezogen worden waren.

1769 wurde das Jesuitenkolleg zur Volluniversität mit philosophischer-, theologischer-, juristischer und medizinischer Fakultät erhoben und firmierte unter dem Namen Ottoniana Friderciana.

1770 reduzierte der Bischof rigoros die Zahl der Feiertage, da dies weniger zur Andacht als vielmehr für Trinkgelage genutzt wurden.

Die Aufhebungsurkunde der Jesuiten von Papst Klemens XIV. vom 16 August 1773 traf im September in Bamberg ein. Zwar wurde die Auflösung des Ordens auch in Bamberg vollzogen, doch blieben die meisten Jesuiten in ihren Ämtern oder gingen in die Seelsorge. Auch auf die Universität hatte die Aufhebung der Gesellschaft Jesu Auswirkungen. Von nun an übernahmen meistenteils einheimische Professoren die Ausbildung der Studenten, was die Qualität und den Horizont der Lehre einschränkte.

1773 wurde Dr. Johann Lucas Schönlein in der Oberen Königstraße 7 geboren. Er war Professor in Würzburg, Zürich und Berlin wo er auch Leibarzt der preußischen Könige Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV. und Lehrer des bedeutenden deutschen Arztes Virchow war.

1774 bezog das Militär die von Georg Roppelt geplante Hauptwache, welche im Baustil schon klassizistische Züge trägt.

Ebenfalls wurde das barocke Riegeltor aus der Hauptwachstraße an den Steinweg umgesetzt.

1776 lies Bischof Adam Friedrich von Seinsheim die Promenade anlegen. Zu diesem Zweck musste der Stadtgraben zugeschüttet werden. Auch den Domplatz lies er großzügig umgestallten.

1779 übernahm Franz Ludwig Erthal den Bischofstab. Dieser war stark von der Aufklärung beeinflusst und führte ein asketisches und vorbildliches Leben im Sinne der katholischen Aufklärung. Wie sein Vorgänger leitete er die Bistümer Bamberg und Würzburg in Personalunion und reformierte Verwaltung und Schulwesen. Sein Grundsatz war "Der Fürst ist für das Volk, nicht das Volk für den Fürsten da". Seine fortschrittliche Sozialpolitik machte ihn zum Musterbeispiel eines Fürsten des aufgeklärten Absolutismus.

Erthal durchreiste sein Bistum von 1783 bis 1785 um die Pfarreien zu visionieren, da ihm sehr an der Seelsorge seiner Untertanen gelegen war.

Ein starkes Hochwasser mit schwerem Eisgang zerstörte am 27. Februar 1784 fast alle Bamberger Brücken, darunter die Seesbrücke mit allen Rokoko Figuren. Lange Zeit mussten die Bürger mit Professorin zurecht kommen bis alle Brücken wieder instand gesetzt waren. Erst 1961 wurde die St. Georgs Statue von Ferdinand Tietz im Flussbett wiedergefunden. Vom Schmuck der Unteren Brücke blieb nur die Statue der Heiligen Kunigunde erhalten.

1784 erschienen ein Berichte über Bamberg von dem Historiker Philipp Wilhelm Gerken. Er beleuchtet vor allem die landwirtschaftlichen Aspekte der Stadt.

Im gleichen Jahr waren in der Zunftrolle der Gärtner 386 Meister verzeichnet.

In der Veröffentlichung "Beschreibung sehenswürdiger Bibliotheken Teutschlands" von Friedrich Karl Gottlob Hirschland, er hatte Bamberg 1786 besucht, konnte man kaum Gutes über die Bibliothek und Universität Bambergs lesen.

Am 14. Dezember 1786 wurden Glücksspiele wie Lotto und Klassenlotterien verboten.

Zu den großen Errungenschaften Erthals gehört das 1789 eröffnete Allgemeine Krankenhaus in der Sandstraße. Für die damalige Zeit war es das modernste Krankenhaus Deutschlands und stand bis in die fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts Pate für andere Krankenhaus-Neubauten. Auch in der Krankenpflege war es ein Haus von europäischem Rang, so wurden nur heilbare Patienten aufgenommen (diente also nicht als Siechenhaus). Die Anordnung der Betten folgte einem genauen Plan der die Pflege erleichterte. Doch vor allem wurde auf Hygiene besonderer Wert gelegt, was damals nicht unbedingt selbstverständlich war. Auch die "Armenordnung" galt als so vorbildlich, dass sie nach der Säkularisation des Bistums von Bayern übernommen und erst durch die bismarcksche Sozialgesetzgebung abgelöst wurde.
Erster Leiter des Krankenhauses war Dr. Adalbert Friedrich Mareus. Im laufe der Zeit erfuhr das Krankenhaus zahlreiche an- und umbauten und wurde bis 1984 genutzt.

In den Jahren 1789 / 1790 grassierte in der Stadt eine Faulfieberepidemie.

1790 brannte der Turm der Altenburg nach einem Blitzschlag völlig aus und war bis der Altenburgverein sich seiner annahm nicht begehbar.

Ab 1791 gab der französische Priester Gerard Gley die "Bamberger Zeitung" heraus.

Im gleichen Jahr schuf der Domkapitelschlosser Eustach Lindner das Eiserne Tor welches den Abschluss der Residenzstraße, früher Locheygasse, bildete. Die Türen den Tores blieben nicht erhalten.

Neben anderen Reformen lag dem Fürstbischof auch die Neugestaltung der Justiz am Herzen. So erschien 1792 ein Entwurf zur "neuen bambergischen peinlichen Gesetzgebung", welchen der Bamberger Hofrat und geheime Referendar in Justiz- und Gesetzgebungsgegenständen Matthäus Pflaum verfast hatte.
Das Werk fand großen Anklang unter den Rechtsgelehrten und wurde am 30. Dezember 1795 in Kraft gesetzt.
Das neue Gesetzbuch verwirklichte die Forderungen der Aufklärer nach Humanismus, Rationalisierung und Säkularisierung des Strafrechts.

1794 gründete Bischof Erthal das Naturkundekabinett (heute Naturkundemuseum) als Beifügung zur Universität und Grundlage eines geplanten Lehrstuhles für Naturgeschichte. Das Museum war eines der ersten dieser Art in Deutschland und mit seinem fast ursprünglich erhaltenen klassizistischen Vogelsaal zählt es heute noch zu den schönsten.

Am 15 Dezember gründete Leopold von West eine Ingenieurs- und Zeichnungs- Akademie, diese wurde später der Universität angegliedert.

Mit dem Tod Franz Ludwig Erthals am 14. Februar 1795 stieg der letzte große Fürstbischof Bambergs ins Grab. Die Regierungszeit seines Nachfolgers Christoph Franz von Buseck war schon von der Französischen Revolution und Kriegswirren überschattet.

1795 belief sich die Einwohnerzahl der Stadt auf 16000.

Im Zuge der Revolutionskriege wurde Bamberg 1796 von den Franzosen unter Jourdan besetzt und gebrandschatzt. In der Nähe der Stadt lieferten sich Franzosen und österreichische Husaren mehrere Scharmützel.

1797 wurden die Bewohner Bambergs von einer Ruhrepidemie heimgesucht.

Am 17. November nahm Johann Wolfgang von Goethe quartier im Weißen Lamm in der Unteren Königstraße 28 und lobte die Stadt ob ihrer schönen Lage.

1799 waren 55 Brauhäuser auf dem Stadtgebiet angesiedelt, heute gibt es noch 11 Privatbrauereien in der Stadt