Geschichte Bambergs

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19. Jahrhundert

Nachdem der Weinbau, am Anfang des 19. Jahrhunderts, an Bambergs Hängen nach und nach aufgegeben wurde, forcierte man den Anbau von Hopfen. Bamberg entwickelte sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Mittelpunkt des europäischen Hopfenhandels, welchen besonders die Bamberger Juden betrieben und zu ansehnlichem Wohlstand kamen. Diesem Unternehmergeist verdankt Bamberg die Gründerzeitvillen im Haingebiet.

1800 wurde Bamberg zum zweiten Mal von französischen Truppen, diesmal unter General Moreau besetzt, woraufhin der Bischof mit dem Domschatz in die Feste Coburg floh und Bamberg der Brandschatzung preisgab.

Nach dem Friedensschluss von Lunéville 1801 zwischen Frankreich und Österreich zeichnete sich das Ende des Fürstbistums Bamberg schon ab, da Österreich seinen früheren Verbündeten im Stich lies.

Ebenfalls 1801 erwarb Dr. Adalbert Friedrich Marcus, der Leiter des Krankenhauses, die Überreste der Altenburg um sie vor dem Verfall zu retten und wiederaufzubauen. Nach seinem Tod am 26. April 1816 übernahm diese Aufgabe der von ihm gegründete Altenburgverein.

Der Vorhang des ersten Bamberger Theater öffnete sich in der Aula des Jesuitenkonvents heute "An der Universität 5".

Am 24. Mai 1802 schloss Bayern mit Frankreich in Paris einen Separatfrieden und erhielt als Ausgleich für Gebietsverluste links des Rheins unter anderem das Fürstbistum Bamberg zugesprochen. Somit war die Aufhebung des Fürstbistums Bamberg beschlossenen Sache.
Bayerische Truppen am 6. November die Stadt und am 22. November wurde Johann Wilhelm Freiherr von Hampesch zum Generalkommissar für die fürstbischöflichen Provinzen ernannt. Unter dessen Führung vollzog der Geheimrad Franz Wilhelm von Asbeck die weiteren Okkupationsmaßnahmen.
Am 28. November wurde das bayerische Wappen an den Stadttoren angeschlagen. Am 29. November legte Fürstbischof Christoph Franz von Buseck seine weltlichen Ämter nieder und entband seine Beamten und Untertanen von ihrem Treueid. So ging fast sang und klanglos die nahezu 800 Jahre währende Herrschaft der Bischöfe über die Stadt Bamberg zu Ende.

Mit der Machtübernahme durch Kurfürst Max IV. begann auch in Bamberg die Säkularisation. So blieb von den Bamberger Frauenklöstern nur das Englische Institut erhalten. Andere Klöster und Kirchen wurden ausgeräumt, die beweglichen Güter verkauft oder nach München verbracht. Selbst der Dom blieb von diesen Machenschaften nicht verschont. Die verlassenen Klöster und Kirchen wurden zu Lagerhäusern und Kasernen umfunktioniert. Der finanzielle Verlust, aber vor allem der an Kulturgütern, war enorm und für Bamberg kaum mehr gut zumachen.

Es gab aber auch gute Nachrichten im Jahr 1802. In Bamberg wurde die Königlich privilegierte Schaubühne, das spätere E.T.A. Hoffmann Theater, durch Julius Reichsgraf von Soden gegründet.

Außerdem begann mit dem Ende des Fürstbistums auch die Emanzipation der Bamberg Bürger von der bischöflichen Bevormundung.

Auf Betreiben des ehemaligen fürstbischöflichen Leibarztes Dr. Marcus wurde 1803 das aufgelöste Michaels Kloster in ein Bürgerspital, welches sich bis dahin an Maxplatz befunden hatte, umgewandelt. Das Kloster beherbergt Heute ein Seniorenheim.

Als Entschädigung für die verlorenen Regierungshoheit erhielt Bamberg vorübergehend den Sitz der Kreisregierung, musste diese jedoch 1810 an Bayreuth abgeben. Daneben wurde Bamberg zum Sitz des bayerischen Appellationsgerichtes, welches bis 1902 im Schloss Geierswörth tagte.

Nach den Klöstern würde 1803 auch die Universität aufgelöst. Nur die theologische und die philosophische Fakultät blieben erhalten und wurden ins königliche Lyzeum überführt, somit konnte der Klerus weithin in der Stadt ausgebildet werden.

Aus den Buchbeständen der säkularisierten Klöster und den Restbeständern der aufgelösten Universität errichtete der Zisterzienserpater Heinrich Joachim Jäck die Bamberger Staatsbibliothek, welche sich seitdem in der neuen Residenz befindet.
Jäck war aber nicht nur ein hervorragender Bibliothekar, sondern auch ein großer Gönner der Stadt Bamberg.

Ebenfalls 1803 begann die Umgestaltung des Auwaldes am linken Regnitzarm (Mühlwörth) in einen Volkspark (Hain), der den Englischen Garten in München zum Vorbild hatte und der zweite seiner Art in Bayern war.

Der Regierungswechsel hatte auch für die jüdische Bevölkerung der Stadt Auswirkungen. Sie wurden aus dem Schutz des Fürstbischofs entlassen und dem bayerischen Herzog unterstellt. Zwar mussten sie nun kein Schutzgeld mehr an den Staat abführen, sehr wohl aber bis 1831 an die Stadt Bamberg.

1805 wurde Dr. Marcus erneut tätig und initiierte die Errichtung einer Nervenheilanstalt im ehemaligen Kloster St. Getreu oberhalb von Kloster St. Michael, welches noch heute besteht. Zum Gedenken an den Philosophen werden in Bamberg die Hegel-Tage abgehalten.

Der spätere Bamberg Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Franz Ludwig von Hornthal ließ eine öffentliche Straßenbeleuchtung mit 250 Öllaternen aufstellen.

Am 28. September 1805 verstarb der letzte Bamberger Fürstbischof vollkommen unbemerkt von der Öffentlichkeit.

Von 1805 bis 1837 diente Bamberg den Wittelsbacher Herzögen als Nebenresidenz.

Am 5. Januar 1806 wurde in Bamberg das Herzogtum Bayern zum Königreich erhoben.

Auf seinem Vormarsch durch Deutschland nahm der französische Kaiser Napoleon I. am 6. Oktober 1806 in der Neuen Residenz Quartier und verfaste hier eine Proklamation an seine Truppen, die daraufhin zu den Schlachten nach Jena und Auerstedt aufbrachen.

1807 wurde der Arzt Jakob Dessauer in Bamberg geboren. Er erforschte das Cholesterin, setzte sich für die armen Bürger ein und war Vorstand der jüdischen Gemeinde.

Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel kam 1807 nach Bamberg und übernahm die Redaktion der "Bamberger Zeitung". Bald fiel Hegel mit seinem kritischen Journalismus den bayerischen Zensurbehörden auf und wurde zweimal ermahnt. Unter Hegels Regie zählte die "Bamberger Zeitung" zu den bedeutensten politischen Zeitungen in Deutschland und erschien täglich. Kurz nach Hegels Weggang im Herbst 1808 wurde sie von der Zensurbehörde verboten.

Um die gut gepflasterten Straßen Bambergs zu erhalten, wurde ab 1807 Pflasterzoll erhoben.

Das Stadttheater erhielt 1808 am Schillerplatz ein festes Haus. Der klassizistische Bau wurde von Freiherr Ferdinand von Hohenhausen ausgeführt.
Der Gründer des Theaters Reichsgraf Julius von Soden berief im gleichen Jahr E.T.A. Hoffmann als Musikdirektor nach Bamberg.
Doch waren die Tage Hoffmanns in Bamberg nicht gerade glücklich zu nenne. So musste er als Kapellmeister, Dichter, Bühnenmaler und Musiklehrer verdingen um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Leider erkannten die Bürger erst später welch hellen Geist ihre Stadt da beherbergte.
Trotz der Umstände oder gerade deswegen entstanden hier einige der bekanntesten Werke des romantischen Dichters.
Dennoch war er froh am 21. April 1813 Bamberg in Richtung Dresden verlassen zu können. In seinem Tagebuch bezeichnete er seine Jahre in Bamberg als "die boeseste aller Zeiten".

Ab 1809 wurde die "Bamberger Zeitung" unter dem Titel "Fränkischer Merkur" wieder aufgelegt. Einer der Redakteure war der Schriftsteller, romantische Dichter und Demokrat Dr. Friedrich Gottlob Wetzel, der von 1809 bis zu seinem Tod am 29. Juli 1819 in Bamberg wohnte.

Ebenfalls 1809 sind in Bamberg noch 21 Schiffer mit 20 großen Schiffen, die 820 Zentner trugen, 3 kleinen und mit 47 Schelchen in unterschiedlichen Größen beurkundet.

Ab 1810 befand sich am heutigen Grünen Markt 5 die "Alte Maut", das bayerische Zoll- und Mautamt.

1811 lag die Einwohnerzahl bei 17000.

1812 wurde das Drudenhaus, auch Hexen- oder Malefizhaus genannt, welches zur Zeit der Hexenprozesse als Gefängnis diente, abgebrochen.

Von 1812 bis 1817 lehrte der Entdecker des Ohmschen Gesetztes Georg Simon Ohm am Alten Gymnasium in Bamberg.

Mit dem Matrikelgesetzt von 1813 sollten die jüdischen Bürger den Christlichen gleichgestellt werden. So durften Juden wieder handwerkliche Berufe erlernen und ausüben, was ihnen seit 1215 verwehrt war. Auch durften jüdische Kinder nun öffentliche Schulen besuchen.
Im Gegenzug mussten die Juden sich einem Deutschen Nachnamen wählen und sich in eine Liste, eine Matrikel eintragen. In Bamberg trugen sich 69 jüdische Familien mit ihrem neuen Nachnamen in die Matrikel ein. Diese Anzahl wurde alsbald zur Norm erhoben und es durften sich nie mehr als 69 Familien in Bamberg ansiedeln.

Am 21.Juni 1814 wurde Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach als Richter an das Appellationsgericht in Bamberg versetzt, wo er bis Januar 1816 seinen Dienst versah. Feuerbach galt und gilt als der Schöpfer des deutschen Strafrechtes. Er hatte die Vorlage für das bayerische Strafgesetzbuch, welches 1813 in Kraft trat, ausgearbeitet und auf seine Erkenntnisse fußt das heutige Strafgesetzbuch.

Bis 1815 waren die Buchbestände der Staatsbibliothek auf rund 60000 Bände angewachsen.

Um die Mittagszeit des 1. Juni 1815 ereignete sich der Bamberger Fenstersturz. Der französische Marschall, Freund Napoleons und Schwiegersohn des Herzogs Wilhelm in Bayern Alexandre Berthier, stürzte unter mysteriösen Umständen aus einem Fenster im dritten Stock der Neuen Residenz zu Tode.

Durch das Konkordat von 1817 wurde Bamberg zum Erzbistum erhoben. Ihm wurden die Bistümer Eichstätt, Speyer und Würzburg unterstellt. Das Bamberger Erzbistum reichte von Hof bis Nürnberg und von Ebrach bis Bayreuth und lag und liegt in der Diaspora. Zum ersten Erzbischof wurde der Bischof von Eichstätt Joseph Graf von Stubenberg vom bayerischen König ernannt. Allem Anschein nach hatte sich Stubenberg nie in Bamberg aufgehalten und seine Geschäfte von Eichstätt aus geleitet.

Erst mit dem Sturz des bayerischen Ministers Montgelas und der Verabschiedung einer bayerischen Verfassung wurde 1818 der Weg für eine freiere Gemeindeverwaltung geschaffen. Die Stadt erhielt einen Magistrat mit zwei Bürgermeistern und zwölf bürgerlichen Magistratsräten, eine Ordnung, die sich über ein Jahrhundert bewährte.
Erster Bamberger Bürgermeister wurde der Jurist und Polizeidirektor Dr. Franz Ludwig von Hornthal. Ab 1819 bis 1922 war er der erste Bamberger Landtagsabgeordnete in München. Er war ein bedeutender politischer Schriftsteller und machte sich um Bamberg sehr verdient.

1819 kam es in ganz Franken zu den antijüdischen "Hep-Hep-Unruhen". Auch in Bamberg kam es zu pogromartigen Ausschreitungen des bürgerlichen Mittelstandes, mit dem Ziel die beginnende Emanzipation der Juden wieder rückgängig zu machen. Das erloschene Domkapitel wurde im Zuge der Errichtung des Erzbistums als Metropolitenkapitel wiederbelebt. Es setzte sich aus einem Domprobst, einem Domdekan, zehn Domkapitularen und sechs Domvikaren zusammen und war das höchste Leitungsgremium des Bistums.

1823 wurde der ehemalige fürstbischöfliche Koppenhof an der Nürnberger Strasse in der Nähe der Wunderburg, wo Pferdezucht betrieben worden war, zur Kavalleriekaserne umfunktioniert.

1824 übernahm Joseph Maria Freiherr von Frauenberg das Erzbistum.

1825 gründete die Stadt die Bamberger Stadtsparkasse.

Im gleichen Jahr wurden an den Ausfallstrassen Bambergs die ersten Ortstafeln aufgestellt.

1826 lebten 18000 Bürger in Bamberg.

1827 wurde das Englische Institut, nach seiner vorübergehenden Schließung 1803, wieder zugelassen.

Ab 1828 ließ König Ludwig I. von Bayern den Dom purifizieren. Er wollte den Dom in seinen ursprünglichen romanisch-gotischen Zustand zurückführen. So wurden die Wände bis auf den rohen Putz abgewaschen, barocker Schmuck entfernt und Gräber umgebettet, nicht ahnend das schon der erste Dom reich ausgemalt war, wurden so viele Schätze zerstört. Im Mittelalter hätte man den Dom nun als Rohbau angesehen.

1828/1829 entstand zwischen Hauptwachstraße und Königstraße die Kettenbrücke. Sie war die erste ihrer Art in Bayern und wurde in nur 18 Monaten unter der Leitung des Ingenieurs Franz Schierlinger über den rechten Regnitzarm an Stelle der Seesbrücke fertiggestellt. Sie musste zwar 1891 wegen Sicherheitsbedenken abgebrochen werden, doch bis dahin war sie eine Bamberger Sehenswürdigkeit.

Vom 24. bis zum 26. Juni 1829 hielt sich König Ludwig I. erstmals in Bamberg auf.

So wie das Englische Institut wurde auch das Aufseesianium wieder hergestellt und dient heute noch als Schülerheim.

Ebenso wurde das Waisenhaus ehemals am Unterer Kaulberg wiederhergestellt. Es ging auf eine der ältesten Stiftungen der Stadt zurück und wurde unter dem Namen "Seelhaus auf dem Kaulberg" im 15. Jahrhundert erstmals genannt.

Die alte karolingische Handelsstraße, die nördlich der Inselstadt an Bamberg vorbei von Forchheim nach Hallstadt führte, und schon 805 urkundlich erwähnt wurde, erhielt König Ludwig I. von Bayern zu Ehren 1830 den Namen Königstraße.

Um 1830 befanden sich noch 56 Brauereien auf dem Stadtgebiet: Heute sind es noch Elf. Nicht umsonst ist Franken immer noch das Gebiet mit der größten Brauereidichte der Welt.

Am 8. Juli wurde der Historische Verein gegründet. Er hat sich die Erforschung und Bewahrung der Geschichte des Hochstifts Bamberg verschrieben.

Ab 1831 mussten die Bamberger Juden keine Schutzgelder mehr an die Stadt abführen.

Die letzte Hinrichtung in Bamberg vollzog der Henker an Johann Pröschel, welcher seinen Gefährten Gottlieb Klein bei Gaustadt erdrosselt hatte, 1832 mit dem Schwert.

Mit der Eröffnung der Löwenapotheke befanden sich 1833 fünf Apotheken auf dem Stadtgebiet.

Am 1. November 1833 eröffnete die "Vereinigte Landwirtschaftliche- und Gewerbeschule" ihre Tore. Die Schulräume befanden sich im Hochzeitshaus am Kranen. Bis 1857 wuchs die Schülerzahl auf 304 und die Bamberger Gewerbeschule wurde die zweitgrößte ihrer Art in Bayern.

Am 30. Oktober 1834 erschient das "Bamberger Tagblatt". Gründer und Verleger war Johann Michael Reindl.

1835 lies der Altenburgverein eine Burgkapelle und eine Gaststätte auf der Altenburg errichten.

Der erste Bamberg Männergesangsverein mit dem Namen"Liederkranz" wurde gegründet, später fanden auch Frauen Aufnahme.

Aus der 1835 gegründeten Taubstummenverein ging 1855 die Taubstummenanstalt am Oberen Stephansberg 44 hervor und befindet sich noch heute an dieser Stelle.

1840 zählte die Stadt 19100 Einwohner.

1841 wurde dem Englischen Institut neben dem Internat eine Höhere Mädchenschule angegliedert, diese besteht heute noch mit Realschule und Gymnasium.

1842 übernahm Bonifaz Kaspar von Urban das Erzbischofsamt.

1844 erreichte die Eisenbahn auch Bamberg. Am 22. August wurde die älteste bayerische Staatsbahn, die Ludwig- Nord- Süd- Bahn eröffnet, welche in den kommenden Jahren noch stark erweitert wurde. Der Bamberger Bahnhof lag auf Gärtnerland etwas außerhalb der Stadt.

1846 wurde der Ludwig-Donau-Main Kanal nach zehnjähriger Bauzeit für die Schifffahrt freigegeben. Er verband, über eine Strecke von 173 km, Kehlheim mit Bamberg. Um einen Höhenunterschied von 183 m zu überwinden mussten die Schiffe, maximal 120t Traglast, 100 Schleusen durchfahren.
Die Transportgeschwindigkeit war daher sehr gering und der Kanal konnte nie rentabel betrieben werden, alsbald hatte die Bahn den Kanal als Transportweg überflügelt.
Eine der wenigen Überreste des Kanals ist die Schleuse 100, die funktionsfähig im Hain erhalten blieb.

Während der 48er Revolution nahm Bamberg in Franken eine herausragende Stellung ein.
Am 4. Mai 1848 versammelten sich über 1000 Menschen zu einer Volksversammlung wo ein Forderungskatalog, die über Franken hinaus bekannt gewordenen "14 Bamberger Artikel", verlesen wurde. Sie zählen zu den bedeuternsten demokratischen Dokumenten der Revolution 1848.
Führer der Demokraten in Bamberg waren der Advokat Nikolaus Titus, der Arzt Dr. Heinrich Heinkelmann und der Redakteur des "Fränkischen Merkur", Karl Heger.
Nikolaus Titus vertrat Bamberg im Frankfurter Vorparlament, als auch in der Nationalversammlung und gilt als der Hauptverfasser der "14 Bamberger Artikel".
Der in Bamberg geborene Heinrich Heinkelmann war Vorsitzender des Demokratischen Vereins in Bamberg und Mitverfasser der "Bamberger Artikel". Er gründete im Januar 1849 das demokratisch radikale "Volksblatt".
Der von ihm am 27. Mai 1849 einberufene demokratische Kongress in Bamberg führte am 9. Juni zu seiner Verhaftung. Jedoch wurde er nach längerer Untersuchungshaft von der Anklage des Hochverrates freigesprochen und wieder auf freien Fuß gesetzt.
Mit dem Scheitern des Parlamentes in der Paulskirche war auch in Bamberg das Ende der demokratischen Kräfte gekommen.
Zwar wurde 1849 auch in Bamberg noch ein Arbeiterverein gegründet, doch schon 1850 wieder verboten.

Die 1842 gegründete Handelskammer wurde 1850 nach Bayreuth verlegt, da Bamberg seine Stellung als führender Warenumschlagplatz eingebüßt hatte.

Ab 1850 lies die königliche Regierung Erziehungsanstalten für arme verwahrloste Mädchen gründen, so auch in Bamberg die Marienanstalt am Jakobsberg.

1851 erwarb die jüdische Gemeinde ein Gründstück an der Siechenstrasse und nutzte es als Friedhof. 1855 errichtete sie ein Leichenhaus, mit Betthaus an der Hallstadter Strasse.

1852 nahm die Ludwig- West- Bahn nach Schweinfurt ihren Dienst auf.

Das Oberpostamt wurde 1852 eingeweiht.

1853 gab es noch 68 Fischer in Bamberg. Heute ist Bambergs ältestes Gewerbe nahezu ausgestorben. Die Fischer siedelten hauptsächlich in Klein Venedig am linken Regnitzarm.

Die Synagoge in der Generalsgasse wurde erneuert und umgebaut.

Die Bamberger Straßenbeleuchtung wurde am 1. Januar 1855 von Öl- auf Gasbetrieb umgestellt. Die dazu gehörige Gasfabrik stand im Norden der Stadt und erzeugte das Gas aus Kohle. Bis 1889 war die Fabrik in Privathand. 1911 erhilet das Gaswerk einen Gleisanschluss und wurde bis in die 60er Jahre vom sogenannten "Gasbockl" mit Kohle versorgt.

Am 2. Mai 1855 besuchte der Begründer des Gesellenvereines Adolf Kolping die Bamberger Niederlassung das Kolpinghaus am Mittleren Kaulberg 35.

Mit der Gründung der Mechanischen- Baumwoll- Spinnerei und Weberei Gaustadt 1856, durch den Augsburger Fabrikanten Ludwig August Riedinger, erheilt die Industrialisierung auch in Bamberg Auftrieb. Dennoch verdienten 1858 noch 22% der Einwohner ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft.

1858 übernahm Michael von Deinlein das Amt des Erzbischofs.

Der Bamberger Professor und Kunstsammler Martin Joseph von Reider, er selbst bezeichnete sich als "der Bambergischen Altertümer Liebhaber", vermachte dem bayerischen Staat noch zu Lebzeiten, gegen eine Leibrente, einen Grossteil seiner Sammlung. Diese Exponate wurde zum Grundstock des Bayerischen Nationalmuseums.

1860 wurde die erste Freiwillige Feuerwehr von Karl Grau, Ferdinand Messerschmitt und Martin Lauer gegründet.

Ebenfalls 1860 wurde der erste Bamberger Turnverein gegründet.

1861 lebten in Bamberg 23542 Bürger

Am 10 November wurden der Matrikelparagraph aufgehoben, somit waren die jüdischen Bürger den Christlichen gleichgestellt und sollten in der weiteren Stadtentwicklung eine tragende Rolle spielen.

1862 wurde die Koppenhofkaserne an der Egelseestraße errichtet.

Der Zoologe Theodor Boveri wurde in Bamberg geboren. Von ihm stammen grundlegende Arbeiten zur Zellen- und Befruchtungslehre. Er entwickelte die Chromosomentheorie der Vererbung.

1863 wurde die Kaliko-Fabrik AG gegründet, Haupterzeugnis waren Bucheinbandstoffe.

König Ludwig I. stiftete eine Statue des Bischofs Erthal, welche 1863 von Wiedemann entworfen und 1865 von Ferdinand Miller gegossen wurde. Sie steht heute vor dem Gebäude der AOK in der Pödeldorferstraße.

Von 1863 bis 1867 lebte der Wittelsbacher Otto von Griechenland, der nach einer Militärrevolte in Griechenland abdanken musste, in Bamberg im Exil. Mit seiner Gemahlin Amalie wohnet er in der Neuen Residenz.

Der Bau der Sophienbrücke 1864 zwischen Luitpold- und Willy-Lessing-Str. förderte die Entwicklung des Gebietes zwischen Bahnhof und rechtem Regnitzarm. Die Brücke wurde später in Luitpoldbrücke umbenannt

Der Pharmazeut Ludwig Barlet gründete 1866 in der Klosterstraße 9 die erste Mineralwasserfabrik Bambergs.

Seit ihrer Gründung 1867 ist die Brauerei Keesmann in der Wunderburg in Familienbesitz.

Am 1. Juni 1867 wurde der Nachtwächterdienst eingestellt, an seine Stelle trat ein Institut von Schutzmännern die ihre Nachtwache ohne Stundenruf versahen. Sie trugen einheitliche Uniformen, Gewehr und Signalpfeife.

Der Textilfabrikant Otto Leckebusch errichte 1867 ein Werk in Bamberg.

1868 wurden sämtliche Einwanderungsbestimmungen für den Zuzug in die Stadt aufgehoben.

Auf Anregung von Erzbischof Deinlein fand der 19. Deutsche Katholikentag 1868 in Bamberg in Bamberg statt.

Eine andere große Veranstaltung des Jahres 1868 war das 2. Fränkische Sängerfest auf dem Michelsberg.

1870 übereignete der bayerische Staat den Hain an die Stadt mit der Auflage das Gebiet weiterhin als Park zu nutzen.

1870 schöpfte die Bevölkerung ihr Wasser noch aus 82 öffentlichen und 967 privaten Brunnen. Ab 1874 übernahm die Wasserversorgung eine 32 km lange städtische Wasserleitung, gespeist wurde das Rohsystem aus einem Sammelbrunnen auf dem Geyerswörth.

1871 war Bamberg mit 25738 Einwohnern die sechstgrößte Stadt Bayerns, 2898 Bürger waren Protestanten, 857 Juden, der Rest Katholiken und ein kleiner Teil konfessionslos. Von den Bürgern waren nur rund 10% Wahlberechtigt da das Wahlrecht ein gewisses Einkommen voraussetzte.

Am 1. Januar 1872 wurde durch Dr. Hopfenmüller das "Bamberger Volksblatt" neu aufgelegt. Zunächst erschien das kirchlich geprägte Blatt wöchentlich später täglich. Das Volksblatt bestand mit einer kurzen Unterbrechung während der NS-Zeit bis 1969.

1872 ließen sich Schwestern des Niederbornner Ordens in Bamberg nieder. Sie wurden in die Stadt gerufen, um in der Kranken- und Kinderpflege zu arbeiten.

Am 9. Oktober 1873 bezog das erste Ulanenregiment das neu entstandene Kasernenviertel im Osten der Stadt.

Deutsche Ärzte stifteten 1874 eine Marmorbüste des berühmten Bamberger Arztes und Gelehrten Dr. Lukas Schönlein für den Schönleinsplatz.

Die 1868 in Münchberg gegründete Klavierfabrik J. C. Neupert siedelte 1874 nach Bamberg um und erwarb sich einen guten Ruf als Spezialfabrik für historische Tasteninstrumente wie Cembalo, Spinett, Klavichord usw..

1875 gründete Heinrich Manz die Manz Schuhfabrik in Bamberg

Nach dem Ableben von Michael von Deinlein übernahm im gleichen Jahr Friedrich von Schreiber das Amt des Erzbischofs.

1877 wurde die städtische Musikschule errichtet. Heute befinden sich die Unterrichtsräume in der Luitpoldstraße.

1878 wurden die letzten Verkaufsbuden auf der Oberen Brücke abgerissen.

1879 -1880 entstand an der Stelle des ehemaligen Kapuzinerklosters die, nach dem 1537 in Bamberg geborenen Mathematiker und Astronom Christoph Clavius benannte Oberschule, heute das Clavius Gymnasium.

1880 legte Johann Baptist Weyermann mit der Gründung eine Malzrösterei auf dem Kaulberg den Grundstein für das heute noch weltweit agierende Unternehmen Michael Weyermann. 1888 zog die Firma in einen Neubau an der Memmelsdorfer Str. und entwickelte sich zum größten Anbieter von Spezialmalzen in Deutschland.

1880 hatte die Stadt 29587 Einwohner.

1883 lies sich der jüdische Hopfenhändler Carl Emanuel Dessauer in der Hainstraße 4 a ein klassizistisches Wohn- und Geschäftshaus errichten. Heute befindet sich eine Galerie in der Villa.

Ab 1884 wurde die Holzhofkaserne in der Nürnberger Straße errichtet. Die ab 1887 stationierten Ulanen waren zuvor in den säkularisierten Klöstern der Stadt untergebracht.

1885 fanden die Seinwarenfabrik in der Jäckstraße und die Hofbräu AG, ein zu Hause in der Stadt.

Am 10.11.1887 wurde der Jurist und Staatsanwalt Dr. Hans Ehard geboren. Er nahm 1923 am Hitler- Prozess teil und war 1946 -1954 und 1960 - 1962 Bayerischer Ministerpräsident. Er starb 1980.

Von 1887 bis 1890 investierte die Stadt in einen Flutkanal im Hain und in Hochwasserdämme am rechten Regnitzarm, um die Hochwassergefahr vor zubeugen.

Über den linken Regnitzarm wurde 1887 die Markusbrücke geschlagen, sie verband Markus- und Sandstraße und ersetzte den dortigen Fährverkehr.

Im gleichen Jahr erschien das erste Telefonverzeichnis der Stadt mit 68 Einträgen.

Ferdinand von Miller baute 1888 den Maximiliansbrunnen. Auf dem Sockel steht König Maximilian I. Joseph, er ist umringt von vier Statuen; Kaiser Heinrich II., dessen Gemahlin Kunigunde, Bischof Otto I. und König Konrad III.

1888 kaufte die Stadt die Anlagen der Bamberger Wasserwerke AG.

Der Geistliche Rat Dr. Valentin Loch stiftete 1889 das St. Martha- Asyl für betagte Dienstmägde.

Am 24. Oktober 1889 wurde die Dr. Remeis-Sternwarte ihrem Zweck übergeben. Der Bamberger Jurist und Amateurastronom Dr. Karl Remeis hatte der Stadt sein gesamtes Vermögen hinterlassen, mit dem Auftrag diese Mittel zum Bau einer Sternwarte zu verwende.

1890 zählte die Stadt 35815 Einwohner

Joseph von Schork wurde auf den Bamberger Bischofssitz berufen.

1890 öffnete das Neue Gymnasium, heute Franz Ludwig Gymnasium, in der Franz- Ludwig- Str. 13 erstmals seine Pforten für Schüler und Lehrer. Erbaut wurde es von Baumeister Hofbauer unter Leitung des kgl. Baurats Boxberger.

Ebenfalls 1889 wurde der Zentralsaal eröffnet, diesen großen Saalbau hatten die Mitglieder des Turnerbundes Jahn errichten lassen, um für einen neuen Veranstaltungsort in der Stadt zu sorgen. Der Turnerbund verkaufte den Saal 1901 an den Evangelischen Verein, dieser eröffnete die "Herberge zur Heimat".

Die neu errichtet Wunderburgkirche wurde ebenfalls 1890 geweiht. Sie ist ein neugotischer Backsteinbau und löste die barocke Maria Hilf Kapelle von 1686 ab. 1905 wurde die Wunderburg eine eigenständige Pfarrei.

Am 20. September 1890 fand die feierliche Einweihung der Marienbrücke, im Volksmund auch Blaue Brücke genannt, statt. Die Zweipylonenbrücke aus Gusseisen verband den Wilhelmplatz mit dem Marienplatz und war nach der bayerischen Königin Marie, Gemahlin Maximilians II., benannt.

Die Beleuchtung der 1,5 km langen Straße vom Bahnhof zum Rathaus übernahmen ab 1890 24 Bogenlampen. Sie wurden von zwei Dynamos, welche in den Mühlen in der Nähe des Alten Rathauses standen, mit Strom versorgt.

Der Fremdenverkehrs und Verschönerungsverein finanzierte die Aufschüttung des ehemaligen Schiffbauplatzes und ließ den Markusplatz am Ausgang der Kapuzinerstraße anlegen.

Am 23. und 24. Mai 1891 wurde die Bamberger Freimaurerloge "Zur Verbrüderung an der Regnitz e.V." feierlich aus der Taufe gehoben. Die Loge hatte 75 Mitglieder und ihren Sitz in der Franz-Ludwig-Straße 16.

1891 war der Baubeginn für die Infanteriekaserne in der Pödeldorferstraße Sie wird bis heute als Kaserne genutzt, seit 1945 sind US- Streitkräfte dort stationiert.

1892 übernahm die Stadt die Straßenreinigung und Müllabfuhr, diese lag bis dahin in privater Hand und war zunehmend vernachlässigt worden.

1893 erschien erstmals die katholische Wochenzeitung "Das Heinrichsblatt".

Die Brüder Rudolf und Thomas Maisel übernahmen 1894 die Brauerei Sperber und gründeten die Privatbrauerei Maisel, sie ist noch heute in Familienbesitz. In den Braukesseln der Brüder soll das erste bayerische Pils gebraut worden sein.

1895 waren in Bamberg eine Kavallerie Brigade, ein Infanterie Regiment und ein Ulanen Regiment stationiert.

Ab 1896 erhielt die Brauerei am Michelsberg eine Golden Medaille für die Qualität ihrer Biere.

Im Zuge der Umgestaltung des Schönleinsplatzes wurde die Langgaßkaserne abgebrochen und durch neubarocke Häuser ersetzt.

Unter der Leitung der "Schwestern vom Allerheiligsten Heiland" wurde 1897, auf Veranlassung des Erzbischofs, die Elisabethenanstalt für gefährdete Mädchen eingerichtet, heute befinden sich in den Räumen die Fachakademie für Sozialpädagogik.

Am 1. November 1897 ratterte erstmals die blau-gelben Wagen der Bamberger Schmalspur- Straßenbahn durch die Stadt. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges betrieb die Elektrische Straßenbahn Bamberg AG, die insgesamt 10,6 km lange Straßenbahnstrecke. Danach ging die Bahn in den Besitz der Stadt über, 1922 wurde der Straßenbahnbetrieb eingestellt, da sie nie wirklich rentabel arbeitete.

1898 öffnete die Bamberger VEDAG AG ihre Pforten.

Zwischen 1899 und 1901 leitete der Architekt und Stadtbaumeister Hans Jakob Erlwein den Anbau der chirurgischen Abteilung am Allgemeinen Krankenhaus. Wie schon 100 Jahre zuvor das Krankenhaus, konnte nun auch die chirurgische Abteilung Maßstäbe im Krankenhausbau setzten.

1899 wurde der Bahnhof um zwei Flügel erweitert.

Am 7 und 8. Oktober 1899 hielt sich, anlässlich der Enthüllung seines Denkmals auf dem Domplatz, Prinz regent Luitpold von Bayern in Bamberg auf.