Geschichte Bambergs

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20. Jahrhundert

In Bamberg gab es um 1900 rund 25 Baufirmen, davon beschäftigten Sieben mehr als 50 Bauarbeiter. Der Mann der Stunde war der Stadtbaumeister Hans Jakob Erlwein, welcher von 1899 bis 1905 dem Bild der Stadt seinen Stempel aufdrückte. In seinen Bauten versuchte er Form und Funktion zu verbinden und moderne Gebäude ins alte Stadtbild einzufügen und alter Bausubstanz zu erhalten.

Zwischen 1900 und 1901 entstand in der Tränkgasse 4 das Städtische Elektrizitätswerk, nach Plänen Hans Erlweins. Das Werk war mit zwei 200 PS Dynamos ausgestattet. In den Räumen befindet sich heute die VHS.

Von 1900 bis 1902 diente die Neue Residenz den Wittelsbacher, Prinz Rupprecht und seiner Gattin Gabrielle, als Wohnort. Hier brachte Gabrielle am 08. Mai 1902 ihr erstes Kind, Prinz Luitpold, zur Welt.

1901 wurde die Luitpoldschule in der Memmelsdorferstraße erbaut. Wiederum war Hans Erlweins Entwurf richtungsweisend für das Schulbauwesen.

Der steigende Eisenbahnverkehr machte die Aufstockung des Bahnhofsgebäudes um ein Stockwerk notwendig.

Für das Jahr 1901 weist ein Bericht der Stadt die Anzahl der Armen mit 450 Personen aus. Bis 1905 sieg deren Zahl auf 600 und fiel bis 1910 wieder auf 500 Bürger.

1902 feierte der Altenburgverein die Fertigstellung des Palas auf der Altenburg (ein Wohnhaus in einer mittelalterlichen Burg), mit einem Altdeutschen Volksfest. Wahrscheinlich konnten die Besucher des Festes den ersten Burgbären auf der Altenburg, Hassan, bestaunen. Er lebte bis 1913. 1951 kam der zweite Bär Toni in den Zwinger, doch überlebte er nur ein Jahr. Der dritte Burgbär Poldi bewohnte die Burg bis 1982 und war bei den Bambergern sehr beliebt.

Von 1902 bis 1905 wurde unter Leitung des Architekten Fritz Fuchsenberger das Staatsarchiv in der Hainstraße 39 erbaut. Es ist nach dem Hauptarchiv in München das größte Bayerische Urkundenarchiv. Die älteste Urkunde, die das Haus beherbergt, stammt aus dem Jahr 1401.
Der Bau war pünktlich zum Deutschen Archivtag, welcher im September 1905 in Bamberg abgehalten wurde, fertig geworden.

1902 kaufte Freiherr von Michel-Raulino das Bamberger Tagblatt von den Zeitungsgründern der Familie Reindl.

Am 11. Juli 1903 wurde der so genannte Obelisk- oder Wittelsbacherstein an der Altenburg feierlich enthüllt. Er war zur 100-Jahrfeier der Vereinigung des Hochstifts Bamberg mit dem Kurfürstentum Bayern gestiftet worden und bestand aus 36 Steine welche die Namen der Städte und Gemeinden trugen die einst zum Hochstift gehörten, dies sollte an die einstige Größe der Stiftes erinnern.

Am 16. November 1903 wurde das neue Gerichtsgebäude am Wilhelmplatz eingeweiht. Der Justizpalast war nach dem Vorbild des "Palais de Justice" in Paris in Neurenaissancestil von Max Höfl gestaltet worden.

Bis 1903 waren zwar 7,6 km gemauerte Kanäle und 3,7 km Rohkanäle der Bamberger Kanalisation fertig gestellt, doch gab es nur eine provisorische Kläranlage, daher wurde noch viel Unrat in der Regnitz entsorgt.

Wiederum unter Leitung Hans Erlweins entstand an der Lichtenhaiderstraße der städtische Schlacht- und Viehhof. Die Musteranlage nahm am 2. Januar 1904 ihre Arbeit auf und wurde häufig von auswärtigen Stadträten besichtigt. Noch heute wird hier Vieh geschlachtet.

In den Jahren 1904/1905 entstanden am Luitpoldeck die vom katholischen Arbeiterverein finanzierten Luitpoldsäle. Mit einem Fassungsvermögen von 1000 Personen waren sie der größte Veranstaltungsort Bambergs.

Die neue Leitung des Bistums übernahm 1905 Erzbischof Philipp von Albert.

Erster Bürgermeister der Stadt wurde Michael Lutz, er diente der Stadt bis 1913. Während seine Amtszeit änderte sich der Titel, Ersterbürgermeister in Oberbürgermeister.

Eine Einwohnerzählung ergab 1905 eine Bürgerzahl von 45483. Die Stadt hatte einen Etat von 2.600.000 Mark und durfte 43000 Übernachtungsgästen in seinen Mauern beherbergen.
In eine Wohnraumstatistik wurden insgesamt 10133 Wohnungen für 45483 Einwohner gezählt. Davon waren 1831 Einzimmerwohnungen, 3521 Zweizimmerwohnungen, 2241 Dreizimmerwohnungen und 2400 Wohnungen hatten zwischen 4 bis 6 teilweise auch 7 Zimmer.
Auf den ersten Blick klingt dies ganz gut, doch waren die meisten Familien Großfamilien, die in den kleinen Wohnungen wohnten. Die Toiletten befanden sich oft auf dem Gang und es gab keinen Wasseranschluss und schon gar keine Bäder in den Wohnungen. Ein Lichtblick waren die Waschküchen, die es in fast jedem Haus gab. Dennoch verschwanden die letzten Plumpsklos erst in den 50er 60er Jahren aus Bamberg.

Eine steigende Einwohnerzahl brachte eine gewisse Wohnungsnot mit sich, trotzdem standen zunächst die Großbaustellen im Fordergrund. So entstanden, gegenüber dem Justizgebäude am Wilhelmplatz, 1905 die Räumlichkeiten des Oberpostamt, welches 1907 in die Oberpostdirektion ungewandelt wurde.

1906 nahm die neu gegründete Frauenklinik am Markusplatz 3 ihre Arbeit auf. Bis 1984 wurde sie als separate Klinik geführt und ging dann im neuen Klinikum in der Buger Straße auf.

Der am 21.02.1866 in Bamberg geborene Bakteriologe Prof. August Paul von Wassermann fand 1906 die nach ihm benannte Wassermannsche Reaktion (Reaktion des Blutserums, an der sich etwa sechs Wochen nach der Ansteckung eine Syphilis erkennen lässt) und zählt zu den Begründer der modernen Blutforschung.

Nachdem die Bamberger Brauereien den Bierpreis für ein Seiddla (1/2 Liter Bier) von 10 Pfennige auf 11 Pfennige angehoben hatten, brach am 01.Oktober 1907 der Bamberger Bierkrieg aus. Die Wirte Georg Weierich an der Schranne und Anton Mohr Wirt des Gasthofs Mondschein im Sand weigerten sich die Erhöhung an die Kunden weiterzugeben und versorgten ihre Gaststuben mit Bier aus Forchheim.
Den Boykot der anderen Gaststätten, welche die Preise erhöht hatten, organisierte Karl Panzer genannt Feldmarschall.
Am 07.Oktober beugten sich die anderen Brauereien dem Druck der Straße und senkten Ihre Preise wieder.
Die Bamberger Bierkrieger waren so stolz auf ihren Sieg, dass sie eine Postkarte drucken ließen.

An der Promenade eröffnete 1907 der erste Kinosalon mit einem Handkurbelprojektor und 10 Sitzplätzen.

Am 30. Mai 1908 wurde die vierte oberfränkische Landwirtschaftsausstellung im Theresienhain eröffnet.

An stelle des 1790 in spätbarockem klassizistischen Stil erbauten Hotels Bamberger Hof am Grünen Markt entstand zwischen 1908 und 1910 das Kaufhaus H. & C. Tietz. Es wurde zum wirtschaftlichen Mittelpunkt der Innenstadt und gab 300 Menschen Lohn und Brot. Das Kaufhaus wurde in den 30er Jahren "arisiert", nach dem Krieg geplündert und später unter dem Namen Hertie weitergeführt. (Heute gehört es zur Wahrenhauskette Karstadt)

Die vierte Synagoge, die in Bamberg erbaut wurde, erstand 1910. Auch sie fiel wie so viele andere der Reichskristallnacht zum Opfer.

Ab 1910 wurde auf dem Maxplatz ein täglicher Markt, außer Sonntages, abgehalten.

Heute nicht mehr denkbar, 1910 jedoch Realität, war die teilweise Umgestaltung des Rosengartens in einen Tennisplatz.

Im Oktober enthüllte Kronprinz Rupprecht eine überlebensgroße Statue König Ludwig II. im Hain.

1910 warben 3 Kinos und einige Panoramen um die Gunst der Kunden. Ein Kino befand sich in den Luitpoldsälen "Tonbild - Theater Luitpoldsäle" später "UFA Kinocenter" und im Jahr 2000 geschlossen. Der "Kino-Salon" im "Cafe Wittelsbacher" an der Promenade war der Vorläufer der "Lichtschau", welche in den 60er Jahren ausbrannte. Das dritte Kino war das "Universum" am Grünen Markt später "Filmpalast", welcher in den 90er Jahren seine Tore schloß.

1912 zählte die Stadt noch 34 Brauereien, diese brauten 135216 Hektoliter Bier jährlich. Heute zählt die Stadt noch Elf Privatbrauerein und ist die Stadt mit der höchsten Brauereidichte in Deutschland.

Im Alter von 61 Jahren verstarb Erzbischof Friedrich Philipp von Abert und Johannes Jacobus von Hauck übernahm sein Amt. Sein Pontifikat sollte 31 Jahre dauern.

Im September 1910 begannen die Planungen zum neuen Bamberger Hafen. Nur zwei Jahre später, am 15. Juni 1912, wurde der Prinz-Ludwig-Hafen mit einem großen Festakt seiner Bestimmung übergeben. Die Hafeneinfahrt war 170 Meter lang, das anschließende Hafenbecken maß 320 x 40 Meter und das Hochkai war 120 Meter lang.

Neben dem Gartenbau war der Handel der zweite große Wirtschaftsfaktor. So hatten 1912 dreißig Vieh- und 75 Hopfenhändler ihre Kontore in Bamberg, daneben kümmerten sich sieben Filialbanken und fünf Bankiers um die Versorgung mit Geld.
Vom 18. bis zum 21. Juli 1914 richtete Bamberg das "Fränkische Sängerbundfest" aus. Zu diesem Anlass wurde im Hain eine Festhalle von 100 Metern Länge und 33 Metern Breite errichtet.

An Stelle des abgebrochenen Badehauses "Salubritati" wurde das Bootshaus errichtet und im Juli an den Ruderverein übergeben.

Ebenfalls 1914 lies die Stadt ein neues Wasserwerk am Hauptsmoorwald bauen.

Vor Kriegsausbruch waren in Bamberg 108 Kraftfahrzeuge gemeldet.

Am 01. August 1914 begann der Erste Weltkrieg. Auch in Bamberg wurde der Krieg, wie in ganz Deutschland und Europa, freudig begrüßt. In den Straßen wurde die Erklärung des Kriegszustandes verlesen und 160 Bürger zur Bildung einer Schutzwache in den Rathaussaal berufen.
Das in der Koppenhofkaserne stationierte 1. königlich bayerische- Ulanen- Regiment wurde sofort an die Westfront verlegt und führte am 11. August 1914 nahe dem Ort Lagarde, 40 km östlich von Nancy, die letzte klassische Reiterattacke der Kriegsgeschichte. Doch das Gesicht des Krieges hatte sich grundsätzlich verändert und im "modernen Krieg" war kein Platz mehr für Reiterattacken. Das Regiment verlor sieben Offiziere, 151 Ulanen und 149 Pferde. Noch bis in die Achtziger Jahre zelebrierten die Veteranen der Schlacht den Sieg von Lagarde und trauerten um ihre Gefallenen Kameraden.

Die bayerische Fliegerschule Bamberg verlor im März 1917 zwei Maschinen und deren Piloten bei Flugzeugabstürzen über der Breitenau.

Das erste Seminar für Kindergärtnerinnen in Oberfranken wurde 1917 unter Leitung der Niederbornner Schwestern in Bamberg gegründet.

Im September 1917 besuchte König Ludwig III. von Bayern Bamberg.

Am Ende des Ersten Weltkrieges hatte Bamberg 1046 Gefallene zu beklagen.

In den Wirren der Nachkriegszeit gab es auch in Bamberger einen Hauch von Revolution. Am 26. Februar 1919, dem Tag an dem der ermordete bayerische Ministerpräsident Eisner zu Grabe getragen wurde, folgten rund 2500 Menschen dem Aufruf des Bamberger Arbeiter- Bürger- und Soldatenrates zu einer Trauerkundgebung auf dem Maxplatz.
Um 10.30 Uhr kam es zu Handgreiflichkeiten, da einige aufgebrachte Burschen die Markuskirche aufbrachen, um für Kurt Eisner die Totenglocken zu läuten, dies wurde verhindert und vier Mittäter wurden angeklagt und zu drei Monaten Haft verurteilt, ansonsten blieb die Stadt ruhig.

Am 6. und 7. April 1919 wurde in München die Räterepublik ausgerufen, woraufhin die Bayerische Regierung mit ihrem Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann am 8. April nach Bamberg floh und hier den neuen Regierungssitz einrichtete. Tagungsorte waren die Neue Residenz, das Theater und die Harmoniesäle.
Am 12. April 1919 erging ein Aufruf an die Bamberger zum Entritt in die "freiwillige bayerische Volkswehr" zum Schutz der Regierung.
Am 15. Mai trat der Landtag erstmals im Kaisersaal der Neuen Residenz zusammen. Bis August entstand die "Bamberger Verfassung" welche am 14. August 1919 in kraft trat. Zwar hatte Bayern schon lange eine monarchistische Verfassung doch die Bamberger war die erste republikanisch-demokratische Konstitution Bayerns. Sie blieb bis zur Auflösung der (Bundes)-Länder 1933 in Kraft.

1919 wurde, der in Deutschland einzigartige Krippenbauverein gegründet, welcher bis heute besteht und die Stadt jedes Jahr zur Weihnachtszeit mit seiner Krippenausstellung erfreut und viele Besucher nach Bamberg lockt.

1921 fand eine Konferenz der deutschen Finanzminister der Länder im Sitzungssaal des Alten Rathauses statt.

Von Juni 1921 bis Januar 1927 lebte Bodo Uhse in Bamberg und arbeitete im Bamberger Tageblattes. Der zunächst vom National Sozialismus angezogen und später auf den sozialistischen Patriotismus eingeschwenkt Schriftsteller bezog sich in seinen Büchern häufig auf Bamberg.

1921 produzierten 600 Gärtner 230000 Zentner Gemüse, zum größten Teil für den Export. Die Fruchtbarkeit der Bamberger Böden half die größte Not in der Stadt zu lindern.

Langsam normalisierte sich das Leben wieder, so legte Gartenbaudirektor Viktor Luster 1923 den Botanische Garten im Hain an.

Das Lyzeum wurde zur Philosophisch-Theologischen Hochschule erhoben.

Und die Brüder Ferdinand und Willy Messerschmitt gründeten die Messerschmitt Flugzeugbau Gesellschaft. Auf dem Anwesen ihrer Eltern, dem heutigen Hotel Messerschmitt in der Langen Straße, bauten sie zunächst Segelflugzeuge. Im Herbst 1923 siedelte die Gesellschaft an den Jakobsberg um und baute ab 1924 Motorflugzeuge. 1928 ging Willy Messerschmitt zur MAN nach Augsburg.
In den Zwanziger Jahren war Bamberg auch an die Luftverkehrslinie Fürth- Nürnberg- Bayreuth- Coburg- Plauen- Schwarzatal- Weimar- Leipzig angeschlossen.

Der Ruhrkampf löst auch in Bamberg eine radikal nationale Welle aus, die ihren Höhepunkt am "Deutschen Tag" vom 5. bis zum 7. Oktober 1923 erreichte, auch Adolf Hitler befand sich in diesen Tagen in Bamberg. Die Begeisterung ebbte entgültig mit der Niederschlagung des Hitlerputsches am 8. November 1923 wieder ab.
An diesem Tag wurden auch die Bamberger Hitleranhänger in ihrem Lokal in der Austraße, durch die Schutzpolizei, ausgehoben und die Anführer verhaftet. Bis zur Machtergreifung der Nazis 1933 spielten die Rechten-Kräfte keine große Rolle in der Stadt.

Aufgrund der anhaltenden Inflation im Reich war der Bamberger Magistrat gezwungen, Notgeld auszugeben und drei Bamberger Druckereien mit der Herstellung zu beauftragen.

Am 24. Februar 1924 übernahm der Rechtsanwalt Luitpold Weegmann von Geheimrat Adolf Wächter das Bürgermeisteramt. Er hatte einen überwältigenden Wahlsieg errungen und wurde einer der populärsten Kommunalpolitiker der Stadt.

Vom 6. bis zum 14. Juli 1924 feierten die Bamberger den 900. Todestag des Bistumsgründers Kaiser Heinrich II. Auch der später Papst Pius XII. Nuntius Eugenio Pacelli, Bayerns Kronprinz Ruprecht und König Ferdinand von Bulgarien, nahmen an den Feierlichkeiten teil.

Unter Leitung des städtischen Gartenbaudirektor Viktor Luster entstand 1925 im Osten der Stadt der Volkspark, welcher der Bevölkerung als Sport- und Erholungszentrum dienen sollte. In nur einem Jahr entstanden das Volksparkstadion mit einer 400 Meter Laufbahn um einen Fußballplatz, die Tribünen boten 20000 Zuschauern platz. Um das Stadion wurden eine Festwiese, ein Reitstadion, eine Rollschuhbahn, Schießstände, ein Schwimmbad und eine Radrennbahn erricht, auf dieser Betonbahn wurden auch Motorrad- und Steherrennen durchgeführt. Die Bahn wurde in den 80er Jahre abgerissen.

Am 14. und 15. Februar 1926 fanden sich "die Größen der NSDAP" in Bamberg zur Führertagung ein, um interne Auseinandersetzungen bei zulegen und das Parteiprogramm für unabänderlich zu erklären. Anwesend waren Friek, Goebels, Hitler, Ley, Rosenberg und Streicher.

Vom 16. bis zum 18. Juli 1926 fand im Volkspark das 16. Bayerische Landesturnerfest statt. Am Eröffnungstag fanden sich 5000 Zuschauer und 2000 Athleten im Stadion ein. Die Schlussfeier erlebten 25000 Menschen.
Im Verlauf der Veranstaltung wurde zur Erinnerung an gefallenen Turnfreunde und an die Weihe des Volksparks ein Turner-Ehrenmal an der Festwiese eingeweiht. Gestiftet wurde es von Dr. Franz Bresgen und gestaltet vom Bamberger Bildhauer Hans Leitherer.
Der Präsident des Bayerischen Turnerbundes, Direktor Römer, bezeichnete das Bamberger Fest als das bisher schönste von insgesamt 16 Landesturnerfesten. Der Volkspark hatte seine Feuertaufe bestanden.

1927 wurde die Synagoge mit Zetteln auf denen zu lesen war "Die Juden sind unser Todfeinde" beklebt.

Zwischen 1927 und 1929 entstand an der Kloster Banz Straße die Heinrichskirche. Die Pläne stammten von dem Augsburger Architekten Michael Kurz. Die baulichen Besonderheiten waren die Kombination von Stahlbeton und Muschelkalk beim Bau der Türme und des Chorraums, sowie die Hinwendung zur Sachlichkeit.

Ein weiterer Bau der 20er Jahre war das neue Priesterseminar "Henricjanum Ottonianum" am Heinrichsdamm wo am 15. März 1927 der erste Spatenstich erfolgt. Den Bauauftrag erteilte Erzbischof Jacobus Ritter von Hauck an Prof. Ludwig Ruff aus Nürnberg, dieser ließ sich vom Bauhausstill inspirieren und vollendete die Bauarbeiten 1928. Das alte Priesterseminar von 1738 am Maxplatz wurde umgebaut und zum "Neuen Rathaus" umfunktioniert, da die Stadtverwaltung dem "Alten Rathaus" im Fluss schon lange entwaches war.

Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP lud Adolf Hitler am 29. April 1928 zu einer Veranstaltung in den Zentralsaal. Die Stadtverwaltung versuchet jegliches als rechtswidrig empfundene militante Verhalten der NSDAP-Anhänger zu unterbinden.

Am 4. August 1928 fegte ein Sturm über Bamberg hinweg. Im Hain wurden an die 1000 Bäume entwurzelt und am Saum des Hauptsmoorwaldes lagen Hunderte geknickte Kiefern. In der Stadt selbst wurden Zahlreiche Dächer abgedeckt und Kamine zum Einsturz gebracht.

Zwischen 1929 und 1970 wurde das Allgemeine Krankenhaus im Sand um acht weiter Gebäude erweitert. 1984 konnte ein Neubau in der Bugerstrasse bezogen werden. (Auf dem Gelände des alten Krankenhauses befinden sich heute das Stadtarchiv, 1932 gegründet und ein Hotel.)

Unter der Regie des Architekten Prof. Dr. German entstand zwischen 1930 / 33 die Erlöserkirche am Kunigundendamm. Diese erste evangelische Pfarrkirche in Bamberg wurde in Anlehnung an frühchristliche Zentralkirchen zehneckig ausgeführt. In den Katakomben der Kirche fanden im WK II. viel Bamberger Schutz. Die Kirche selbst wurde bei einem Bombenangriff 1945 schwer beschädigt und erst 1950 wieder aufgebaut.

Die Weltwirtschaftskrise, welche mit dem "schwarzen Freitag" am 25.10.1929 ihren Anfang nahm, führte auch in Bamberg zu steigenden Arbeitslosenzahlen. So lag die Quote 1930 bei 17,6 Prozent was für Franken noch ein guter Wert war. In Bayreuth lag die Arbeitslosenquote bei 20 Prozent, in Hof bei 29,6 Prozent und in Coburg sogar bei 39,1 Prozent.

Bei den Reichstagswahlen vom 14. September 1930 konnte die NSDAP 8055 Stimmen erringen was 26,7% der Gesamtstimmen entsprach. Die NSDAP überrundete somit die SPD als zweitstärkste Partei.

Die wirtschaftlichen Probleme schlugen sich auch in der Kriminalstatistik nieder, aber auch die Zahl der Selbstmorde stieg von sieben, 1931 auf Fünfzehn, 1932.

Aus den Wahlen vom 24. April 1932 ging die NSDAP mit 12128 Stimmen (41%) als stärkste Kraft hervor. Die Bayerische Volkspartei erhielt 10423, die SPD 5318 Stimmen. Nach den Wahlen kam es am Schillerplatz und im Zinkenwörth zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen der "Eisernen Front", einer Kampforganisation die die Zentrumsregierung des Reichskanzlers Brüning unterstütze und den Nationalsozialisten.

Bei den Wahlen am 6. November 1932 erhielten die NSDAP 11497 Stimmen, die Bayerische Volkspartei 10997, die SPD 1581 Stimmen.

Doch gab es 1932 noch andere Ereignisse. So nahm die Bamberg Domchor erstmals an einer Rundfunksendung teil und in der Maternkapelle fand die erste zusammenfassende Krippenausstellung statt.
Der Krippenbau hat in Bamberg eine Lange Tradition, schon im 16. Jahrhundert wurde in der alten St. Martinskirche die erste Krippe in Franke aufgestellt . Heute kann der Besucher in der Weihnachtszeit in ca. 20 Kirchen Krippen bewundern. Das bedeutenste Bauwerk diese Jahres war das Paketpostamt an der Memmelsdorfer Strasse.

1933 lebten in Bamberg rund 1000 Juden.

Zu den erfreulichen Ereignissen 1933 gehörte der Besuch des Boxweltmeisters Max Schmeling und seiner späteren Frau Anny Ondra. Sie hatten Ende Januar Quartier im Bamberger Hof genommen.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 brachen auch in Bamberg Zeiten der Gleichschaltung und Verfolgung an. So zogen schon im Februar vor den Warenhäusern Tietz (heute Karstadt) und Rekord (heute Hohner) erstmals SA-Posten auf.

Am 2. März melden die Bamberger Turnvereine 1860, MTV und Jahn, dass sie den Arisierungsparagraphen umgesetzt hatten und die Vereine judenfrei seien. Am gleichen Tag wurden die Gewerkschaftshäuser in der Kleberstrasse und am Schillerplatz durchsucht und Vorsitzende sowie Kassenwart vorläufig festgenommen.

Die Reichstagswahlen vom 04. März.1933 fielen in Bamberg wie folgt aus: NSDAP 15469 Stimmen, Bayerische Volksbank 10407 Stimmen, SPD 5125 Stimmen, Liste Schwarz Weiß Rot 1054 Stimmen, Kommunisten 865 Stimmen, die Reststimmen verteilten sich auf vier kleinere Parteien.
Nach dem Wahlsieg hissten Nationalsozialisten am 09. März gegen den Widerstand des OB Luitpold Weegmann auf dem Balkon des Alten Rathauses eine Hackenkreuzfahne und die schwarz-weiß-rote Fahne des "Stahlhelms", eine rechtsradikale Organsatin ,die sich nach dem Ersten Weltkrieg formiert hatte.

In der Nacht vom 9. auf den 10. März wurde die Geschäftsstelle der SPD am Schillerplatz 11 und der BVP an der Nonnenbrücke 10 durchsucht. Am Morgen des 10. März erfolgten die ersten Festnahmen, so wurden 17 Funktionäre der KPD und des "Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold" in Schutzhaft genommen.

Vor den Warenhäusern Tietz und Rekord zogen erneut SA-Posten auf.

Am 20. März wurde Lorenz Zahneisen zum Sonderkommissar des Bezirksamtes Bamberg ernannt und am 26. April zum ehrenamtlichen 2. Bürgermeister gewählt.

Am 27. März wurde ein Sondergericht am Oberlandesgericht Bamberg etabliert. Am gleichen Tag wurden vier Schaufenster des Warenhauses Tietz durch Steinwürfe zerstört.

Am 01. April 1933 rief NS-Kampfbund-Leiter Eugen Strömsdörfer zum Boykott jüdischer Geschäfte, Händler, Ärzte, Rechtsanwälte auf und veröffentlichte eine Liste mit 47 jüdischen Firmen, Geschäften und Betrieben sowie 12 Rechtsanwälten, einem Notar, sieben Ärzten und zwei Zahnärzten mosaischen Glaubens.

Am 10. Mai wurden auch in Bamberg Bücher unliebiger Autoren öffentlich verbrannt.

Am 12. Mai wurde die Bamberger Gemeinde der "Ersten Bibelforscher", heute "Zeugen Jehovas" verboten.

Bereits am 17. Mai 1933 fordert der Naziterror sein erstes Opfer in Bamberg. Der Sohn eines jüdischen Justizrat, Rechtsreferendar, Gewerkschafter und Jungsozialist Willy Aron verstarb nach schweren Misshandlungen im KZ Dachau. Er wurde am 22. Mai auf dem jüdischen Friedhof in Bamberg beigesetzt, sein Sarg war versiegelt und durfte nicht mehr geöffnet werden. Die Aussage: "Die Nazis selbst hätten den Brand im Reichstag gelegt" kostet Willy Aron das Leben.

Am 16. Juni waren in Bamberg noch 812 jüdische Bürger gemeldet.

Mit der Verhaftung von Politikern und Mitgliedern der Stadtratsfraktion der Bayerischen Volkspartei, darunter Prälat Leicht und Georg Meixner, gingen am 26. Juni die Repressionen gegen politische Gegner weiter.

Am 3. Juli wurden 15 sogenannte "Schutzhäftlinge", unter Ihnen auch SPD Funktionäre und die Stadträte Dennstädt, Baier, Schlauch und Grosch sowie die Exstadträte Göttling und Dotterweich, mit einem Zug in das KZ Dachau verbracht.

Die Beschneidung der Presse nahm für Bamberg am 29. Juli ihren Anfang als das "Bamberger Tagblatt" nach 100 Jahren seine Unabhängigkeit verlor und der Bayreuther NS-Zeitung "Fränkisches Volk" unterstellt wurde. Von nun an erschien die Zeitung unter dem Namen "Fränkisches Volk / Bamberger Tagblatt".

Das neugestaltete Residenzmuseum mit Gemäldegalerie öffnete am 31. Juli 1933 seine Pforten.

Ein sportliches Ereignis war das 13. Würgauer Bergrennen, welches am 13. August, 40000 Zuschauer an die Strecke zog. Den Sieg errang Manfred von Brauchitsch mit einem Stundenmittel von 105,2 km/h.

Bei der Reichstagswahl im Oktober kann die NSDAP ihren Stimmanteil von 15469 im März auf 32308 verdoppeln.

Am 20. Februar 1934 wurde der erste Bürgermeister Weegmann, weil er den Gauleiter beleidigt hatte, in Schutzhaft genommen.
Am 1. April sollte er seinen Dienst als zweiter Bürgermeister, neben dem neuen Bürgermeister Standartenführer Lorenz Zahneisen wieder antreten, konnte dies jedoch nicht mit seinem Gewissen vereinbaren und trat seinen Dienst nicht mehr an. Er wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Ein Erlass des Stadtrates vom Mai 1934 verpflichtet Fürsorgeempfänger dazu zugewiesene Arbeiten zu verrichten. (Also auch keine Idee heutiger Zeitů)

Am 18. Juli wurde das jüdische Geschäftshaus "Ressource" in der Hainstrasse von der NSDAP beschlagnahmt und dort die Kreisleitung eingerichtet.

Ab 1935 entstand der Ortsteil Gartenstadt im Osten der Stadt wo bis 1937 100 Häuser fertiggestellt wurden.
Im Süden zwischen der Pödeldorfer- und Zollnerstrasse wurde eine Panzerkaserne errichtet.

1935 zählte die Stadt noch 35 Brauereien in Bamberg. Heute sind es noch Elf, was bezogen auf die Einwohnerzahl immer noch sehr viel ist.

Am 7. September wurden auf dem Maxplatz ein Schild mit der Aufschrift "Juden betreten diesen Platz auf eigene Gefahr" aufgestellt, sowie die ersten Kaffeehäuser als judenfrei gemeldet.

Die jüdische Kultusgemeinde erwarb am 1. April 1936 die Speisegaststätte "Weiße Taube" am Zinkenwörth 17, um den Bamberger Juden und Jüdinnen einen Ort zu schaffen, wo sie sich treffen konnten, da Juden in "deutschen" Gaststätten nicht mehr bedient wurden.

Vom 10. bis zum 13. September 1936 fand das erste Reichstreffen des Bundes Deutscher Mädel (BDM) mit 5000 Teilnehmerinnen in Bamberg statt und sollte noch zweimal hier stattfinden.
Nur einen Monat später werden jüdische Schüler nicht mehr, an den Schulen der Stadt, unterrichtet. Die Kultusgemeinde richtete daraufhin in einem Sitzungszimmer eine jüdische Sonderklasse ein, wo 38 Kinder in sieben Jahrgängen von einem Lehrer unterrichtet wurden.
Im April 1937 nahm die Gestapo den Lehrer der jüdischen Sonderklasse wegen angeblicher Beteiligung an einem Ritualmord fest und hielt ihn trotz erwiesener Unschuld bis November fest.

Das zweite BDM-Reichstreffen fand vom 9. bis zum 12. September 1937 statt.

Am 19. September wurde der erste Luftschutzprobealarm ausgelöst.

Das Historische Museum zog 1938 vom Michelsberg in die Alte Hofhaltung auf dem Domberg. Hier waren bzw. sind Exponate aus der Geschichte der Stadt und des Umlandes von der Vorzeit bis zur Gegenwart ausgestellt.

Am 13. Januar wurde Bamberg erstmals verdunkelt.

Am 24. Februar wurde auf Betreiben des Bürgermeisters Zahneisen Bamberger Juden der Besuch von Gemeinschafts- und Freibädern untersagt.

Im Osten Bambergs öffnete das größte Filmtheater der Stadt, das "Capitol" seine Pforten für die Kinofans.

Auch in Bamberg hinterließ die Reichskristallnacht vom 10. auf den 11. November 1938 ihre Spuren. Neben jüdischen Gebäuden und Geschäften wurde die Synagoge in der Herzog-Max-Strasse zerstört. Im März wurden die Überreste des Gebäudes gesprengt.
Beim Versuch die Thorarolle in Sicherheit zu bringen wurde der Kommerzialrat Willy Lessing schwer misshandelt und erlag am 17. Januar 1939 seinen Verletzungen.
187 Juden wurden festgenommen und im Landgerichtsgefängnis interniert. Am 11. November wurden 87 Personen wieder frei gelassen jedoch 81 Juden wurden nach Dachau deportiert.

Am 21. Februar 1939 mussten die Bamberger Juden Gold, Edelsteine usw. im städtischen Leihbüro abgeben.

Bei einer Volkszählung wurden 59466 Bürger in Bamberg gezählt.

Die Robert Bosch GmbH gründet am 29. September ein Zweigwerk in Bamberg. Im Dezember 1940 liefen die Zündkerzenproduktion an. 1941 arbeiteten 1500 ArbeiterInnen und bis zum Kriegsende stieg ihre Zahl auf 3000.

Am 20. September 1939 wurde die erste Gefallenenliste in der Bamberger Zeitung veröffentlicht.

Im November 1939 wurden alle verbliebenen jüdischen Vereinigungen in Bamberg verboten.

B

is Ende 1940 war die "Arisierung" in der Stadt abgeschlossen und jegliche jüdische Konkurrenz entgültig ausgeschaltet, der Besitz eingezogen und Geschäfte an Deutsche verscherbelt.

Am 23. Oktober 1941 erging im Reich das Auswanderungsverbot für Juden für die Dauer des Krieges. Zu diesem Zeitpunkt lebten noch 303 Juden in Bamberg, 443 konnten emigrieren und 66 waren in andere Städte verzogen.
Einen Monat später am 27. November wurden 106 Bamberger Juden nach Riga deportiert. Ab Dezember wurde an jüdische Mitbürger keine Renten mehr ausbezahlt.

Am 24. März 1942 ging der zweite Deportationszug mit Juden aus Bamberg und umliegenden Orten nach Izbica, Distrikt Lublin ab.

Am 25. April wurden weitere 103 Bamberger Juden deportiert. 75 wurden im Getto "Weiße Taube" im Zinkenwörth interniert. Sie mussten unter unmenschlichen Bedingungen hausen.
Das Ghetto wurde am 12. September aufgelöst und die Juden in das "Altersgetto Theresienstadt" deportiert.

Um das Kaisergrab und das Papstgrab im Dom vor Bomben zu schützen wurden diese geöffnet und die Übereste, die Tumba und das päpstliche Hochgrab, sowie etliche Skulpturen, am 3. Juni 1942, aus dem Dom in den Weyermannschen Keller an der Panzerleite gebracht.

Am 26. Januar 1943 wurde Joseph Otto Kolb zum neuen Erzbischof ernannt.

Am 17. Juni wurden 16 jüdische Bamberger nach Auschwitz deportiert.

Die Bamberger Stadtverwaltung meldete am 21. Februar 1944 an die Gestapo nach Nürnberg, dass in Bamberg noch 12 Juden in "Mischehen" und 26 jüdische Mischlinge 1. Grades wohnhaft seien.

Am 31. März fielen die ersten Bomben auf Bamberg. Sie schlugen in der Kirschäckerstrasse, ohne größeren Schaden anzurichten, ein.

Der 42 jährige Bamberg Rechtsanwalt Hans Wölfel wurde am 3. Juli 1944, wegen angeblicher Wehrkraftzersetzung in Brandenburg, hingerichtet.
Zehn Monate zuvor war er von einer 21- jährigen BDM-Führerin denunziert worden. Wölfel hatte, wie viele Deutsche, Zweitel am siegreichen Ausgang des Krieges, nur machte er den Fehler, diese Zweifel an falscher Stelle zu äußern und musste dies teuer bezahlen.

Claus Graf Schenk von Stauffenberg, der Mann der am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler wagte und wohl die treibende Kraft bei der Aktion war, trat am 1. April 1926, nach vorzeitiger Ablegung des Abiturs in das traditionsreiche 17. Reiterregiment in Bamberg ein. 1933 heiratete er Nina Freiin von Lerchenfeld in Bamberg. Seine Familie besaß eine Burg in der Fränkischen Schweiz und wohnte während des Krieges in Bamberg.
Nachdem der Anschlag fehlgeschlagen war wurden Claus Schenk Graf von Stauffenberg gemeinsam mit Werner von Haeften, Albrecht Ritter Merz von Quirnheim und Friedrich Olbricht im Hof des Bendlerblocks erschossen. Seine Familie wurde am 1. August in Sippenhaft genommen.
Heute erinnert eine Schule, die den Namen Stauffenbergs trägt, an die mutige Tat.

Im August wurde die Produktion von Zündkerzen, Einsritzanlagen sowie elektronischer Spezialartikel für Feuerleitanlagen in die Stollen unter den Stephansberg verlegt. Die Stollen waren durch den Abbau von Scheuersand entstanden, ihre Gesamtlänge beträgt über 12 Kilometer und ein Teil kann heute noch besichtigt werden.

Bei einem Bombennotabwurf über Bamberg am 2 Januar 1945 waren in der Hainstraße die ersten Luftkriegstoten zu beklagen.
Am 16. fielen erneut Bombern aufs Haingebiet, diesmal ohne Opfer.

Ein weiteres sinnloses Opfer dieses Krieges mussten 155 alte Männer des Bamberger Volkssturmes bringen. Sie wurden am 22. Januar an die Ostfront verbracht um Deutschland den "Endsieg" zu bringen. 100 von ihnen mussten diesen Wahnsinn mit dem Leben bezahlen oder blieben vermisst.

Erneut kehrte der Bombenkrieg in den Mittagstunden des 14. Februar nach Bamberg zurück. 25 viermotorige US-Bomber warfen 13000 Stabbrandbomben auf das Bahnhofsgebiet und töteten 94 Menschen, unter den Opfern waren auch zahlreiche Schüler aus dem Bamberger Umland.
Nur 8 Tage später entluden zwei Bombergeschwader ihre tödliche Ladung über dem Berggebiet und hinterließen einen Bombenteppich ab, der sich bis zur Regnitz zog und das Leben von 216 Menschen forderte. Allein 54 Menschen fanden den Tod in einem Stollen am Stephansberg, dort war ein Stollenteil nach einem Volltreffer eingestürzt.

Am 5. und 8. April 1945 wurde Bamberg von Tieffliegern angegriffen.

Noch am 7. April 1945 wurden zwei Soldaten in Bamberg, von einem Standgericht, wegen Fahnenflucht abgeurteilt und hingerichtet.

Deutsche Truppen sprengten am 10. April fast alle Bamberger Brücken, was zum einen sinnlos war, und zum anderen zu einer schweren Bürde für die Stadt in der Nachkriegszeit wurde. Entgültig endete der Krieg in Bamberg am 14. April. Zwar sollte Bamberg zur Festung ausgebaut werden, doch konnten namhafte Bürger sowie der Erzbischof den Stadtkommandanten Kröner überzeugen, Bamberg zur offenen Stadt zu erklären und sie nicht bis zum Letzten zu verteidigen.
Als das 15. und das 180. amerikanische Infanterieregiment die Stadt erreichte, hatten sich der Stadtkommandant, Reste der Verteidiger und die NS-Kreisleitung nach Süden abgesetzt. So konnten die Amerikaner die Stadt ohne nennenswerte Gegenwehr besetzten, dennoch fanden noch 23 deutsche Soldaten und 4 Zivilisten den Tot.

Am 16. April setzte der Gouverneur der Amerikanischen Militärregierung, den von den Nazis aus dem Amt gedrängten Bürgermeister Luitpold Weegmann, wieder ein.

Bei der Explosion eines Munitionszuges am Pfisterberg am 19. April verloren 17 Bamberger ihr Leben

Nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 wurde auch in Bamberg eine traurige Bilanz gezogen, auch wenn die Stadt im Vergleich mit anderen Städten, noch glimpflich davon gekommen war. 300 Gebäude und 4 Brücken waren völlig zerstört, ca. 360 Gebäude und 5 Brücken beschädigt und rund 3400 Gebäude waren leicht beschädigt. Von 16000 Wohnungen waren ca. 10% unbrauchbar und etwa 2400 beschädigt. 6800 Bamberger wurden obdachlos. Schwerwiegender jedoch waren die Menschlichen Verluste. Mindestens 378 Menschen, meist Zivilisten, wurden in Bamberg getötet, ob durch Bomben oder Kampfhandlungen. 1992 Soldaten aus Bamberg fielen an der Front, 1642 blieben für immer vermisst. Die jüdische Gemeinde war zerstört, aus den Vernichtungslagern kehrten nur drei Frauen nach Bamberg zurück.

So das war es! Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges möchte ich diese Seite abschließen. Vielleicht geht es irgendwann weiter,- aber ich würde nicht darauf wetten -.
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